Albumcheck | Von den Elben von Faun

Okay, ich muss zugeben: „Von den Elben“. Elben? Was ist das. Also schnell mal Tante Google gefragt und herausbekommen, dass Elben von J. R. R. Tolkien auch die „Erstgeborenen“ genannt sind (ursprünglicher Name Quendi, „die mit Stimme reden“), die von Ilúvatar geschaffen wurden. Quelle: Ardapedia

Doch man sollte auch etwas tiefer blicken. Denn die Gruppe Faun, die mit dem aktuellen Album „Von den Elben“ präsent sind, gehören seit über zehn Jahren zum festen Bestandteil der internationalen Mittelalterszene. 

So präsentieren Faun deutschsprachigen Mittelalter-Folk kombinieren diesen mit Pop-Elementen, garnieren ihn mit Choreinsätzen und komplettieren ihn mit atmosphärischen und lyrischen Texten, die ihresgleichen suchen.

Ja, das Mittelalter ist in. Im ganzen Land finden regelmäßig Ritter-Events oder ähnliches statt. In Scharen kommen die Menschen, die sich das Mittelalter (auch in seiner romantischen Form) zum Lebensmotto erklärt haben. Wie ein Soundtrack beschreibt „Von den Elben“ das Lebensgefühl der jeweiligen Protagonisten.

So verstehen es Faun, die alten Instrumente mit populären Einflüssen zu kombinieren. Daraus ist ein 13 Song starkes Album entstanden, welches dynamisch mitreißt. Irgendwie erinnert mich die Musik an die alten tschechischen Märchen, die sicherlich schon jeder im Fernsehen gesehen hat. Nur besser.

Vom Kopfkino wollen wir hier gar nicht anfangen. Oder doch? Faun entführen uns auf eine Reise in die alte Zeit. Für Ohrenzeugen, die sich noch nicht mit dem Thema „Faun“ auseinander gesetzt haben, wird diese Platte sicherlich ein guter Einstieg sein. Ältere Fans dürfte dieses Album ein wenig abschrecken, da mit dem großen Label sicherlich ein Stückchen Authentizität weg gefallen ist. Schließlich klingt der Longplayer etwas glattgebügelt produziert. Für den Mainstream eben.

 

 

2 Comments

  1. nick sagt:

    das erste mal faun gehört? das album ist grottig geworden

  2. Minor sagt:

    Ich mag das Album auch einigermaßen. Ich muss mich „nur“ dazu bringen zu vergessen, wie Faun eigentlich klingt. Mit dem neuen Album geht es (mit Ausnahme von Andro II und Thymian und Rosmarin) eher in Richtung deutsches Blackmore’s Night und Schlager. Wenn man keinen Vergleich zu früheren Alben zieht, dann kann man es sich durchaus anhören 🙂

    Aber eins möchte ich doch bemängeln: Bei aller Tolkien-Liebe, aber wenn Sie wissen wollen, was Elben sind, dann sollten Sie vielleicht nicht gleich die erstbeste Seite zitieren, die Google ausspuckt. Man sollte, wie Sie so schön sagen, tatsächlich etwas tiefer blicken.

    „Elfen (auch Albe, Elben) ist eine Bezeichnung für eine sehr heterogene Gruppe von Fabelwesen in Mythologie und Literatur.
    Elfen sind Lichtgestalten oder Naturgeister, die ursprünglich aus der nordischen Mythologie stammen. Altnordisch heißen sie álfr, ahd. alb, altengl. ælf, dänisch elve; das kymrische (walisische) Wort ist Ellyll, „der [ganz] Andere“, irisch Ailill.
    Die deutsche Entsprechung ist eigentlich in der Mehrzahl Elbe oder Elber (Singular: der Alb oder Elb, feminin die Elbe, wozu seit dem 16. Jahrhundert ein schwacher Plural Elben hinzugebildet), diese wurden bereits im 18. Jahrhundert jedoch weitgehend von der englischen Form Elfen verdrängt, während Alb nur in der eingeschränkten Bedeutung „Albtraum“ überlebt.“ (Wikipedia, der Einfachheit halber)

    Das Gedicht von Heinrich von Morungen, das Faun vertont hat, ist ein klein wenig älter als die Tolkien’schen Elben.

    Klugscheißermodus aus 🙂

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