JazzCheck | Anders Bast & the Bast’ards: „Through Space and Time“

Anders Bast & the Bast'ards: Through Space and Time

Wer keinen Plattenspieler mehr hat ist selber schuld! Das  neue Album von Anders Bast & the Bast’ards, „Through Space &Time“, erscheint am 14. August 2020. Und zwar auf Vinyl. Leuchtend orangenem Vinyl, und davon gleich satte hundertachtzig Gramm. So richtig zum Umdrehen und so, „wie früher“.

Das ist nur konsequent, denn ebenso „wie früher“ wurde das Werk eingespielt: Alle Musiker ‚rein in die Bude und ab geht’s. Nichts mit Kopfhörer, Dubs und sowas, sondern alles zugleich. Was -gerade bei dynamischer Musik wie Jazz- letztlich organischer ist. Und sich hier sehr bezahlt macht, denn Musik macht am meisten Spaß, wenn man zusammen spielt, nicht einzeln und dann hinterher zusammengemixt.

Anders Bast and the Bastards: Through Space & Time rotierend auf dem PlattentellerSaxophonist Anders Bast, 1978 geboren, hat bereits mit  einigen Musikern zusammengespielt. Für das vierte unter eigenem Namen publizierte  „Through Space and Time“  hat er mit im Boot:

  • Thor Madsen an der Gitarre
  • Tobias Dall Mikkelsen am Bass und
  • Michael Dalgas am Schlagzeug.

Eine gute Wahl. Nicht nur sind diese sämtlich erfahrene und rennomierte Musiker, sie harmonieren auch ausgezeichnet miteinander. Die Band ist eins, verschmolzen,  sozusagen. Ein Organismus.

Neun Stücke. gut 42 Minuten. Tonarm runter, Beine hoch.

Es beginnt mit „Fat, Sugar, Salt & Tragic“  – Zunächst fällt der  knetende, glissandolastige Bass auf, der für sich alleine bereits den Titel rechtfertigt.Die Gitarre, verzerrt und näselnd, klingt manchmal fast ein wenig psychedelisch, während sich Michael Dalgas eher im Hintergrund hält, aber wohldosiert und lässig für Drive sorgt. Nur ein Beispiel dafür, dass es einfach passt.

Bast hat durchaus auch Botschaften zu vermitteln. Laut Pressemitteilung wendet sich zum Beispiel „South of North Dakota“ (siehe Video) gegen Fracking, insbesondere in seiner Heimat Nordjütland (Nordjylland).   Melancholisch swingt es vor sich hin wie ein schwerer Seufzer über zerstörtem Idyll.

Allerdings ist das Album keine Sammlung von Trauermusik. Beileibe nicht! Anders Bast (und seinen Bast’ards) gelingt es einfallsreich, Stimmungen aufzubauen, zu vermitteln und zu wieder lösen. Auch heitere.

Bast verzichtet  auf übertriebene spieltechnische Egotrips. Nicht die eigene Fingerfertigkeit zu demonstrieren steht im Vordergrund, sondern wirklich Zusammenspiel und die Musik . Die kann man prima hören mit den Beinen auf dem Sofa (jedenfalls so lange, bis man die Platte umdrehen muss) zum Entspannen, gleichzeitig aber bietet sie auch Stoff fürs gespannte Zuhören. Es ist schwer zu beschreiben.

Kauft Euch also einen  Plattenspieler.

andersbast.dk

Vinyl bei pladekisten.dk.

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