Konzertcheck | Hey Violet live im Luxor in Köln

Die Fahrt nach Köln zum Luxor ist durch pure Nervosität durchtränkt. Denn: Mein erstes Face 2 Face Interview steht heute an.

Mein Gesprächspartner ist die US-amerikanische Rockband Hey Violet, bestehend aus Rena Lovelis (lead vocals), Miranda Miller (rhythm guitar, keyboard, vocals), Nia Lovelis (drums, vocals), Casey Moreta (lead guitar, vocals), and Iain Shipp (bass).  Sie kommen aus Los Angeles und sind derzeitig auf Europa Tour.

Es ist der 07. Mai 2017, ein Sonntag.  Vor dem Club haben sich größtenteils Mädchen versammelt. Alle scheinen sich zu kennen – waren wohl das letzte Mal bei dem Auftritt der Band im Dezember auch dabei. Auf den meisten Handrücken sind Sternchen aufgemalt und eine Zahl aufzufinden, da für die anderen Fans ein Meet & Greet stattfinden soll.

Unruhig hantiere ich mit dem Frageblatt, meine Hände kleben. Noch eine halbe Stunde bis zu meinem Interview und das Konzert steht schließlich auch noch an.

Was soll ich bloß sagen?
Wie wird alles ablaufen?
Wie werden sie mir gegenüber sein?

Das sind alles Fragen, die mir so in den Sinn kommen und mir irgendwie die Luft abschnüren. Ich versuche mich zu beruhigen, indem ich mir noch einmal die Songs der Band anhöre.

Dann ist es soweit. Wir werden zum Interview reingerufen. Nach ein paar Komplikationen kann es losgehen. Alle umarmen mich, drücken mich fest, sodass ich wie erstarrt da stehe. Ich kriege gerade noch meinen Namen und die Begrüßung heraus. Sie stellen sich mir einzeln vor, nennen mir ihre Namen und setzen sich. Unser Interview-Team sitzt ihnen gegenüber. Ich falte meinen Fragezettel auf, suche mir eine Frage heraus und bemerke, wie mich jeder der Bandmitglieder erwartungsvoll anschaut.

Doch als ich den Zettel wieder zusammenfalte, ist mein Hirn wie leer gefegt. Stotternd bringe ich meine erste Frage heraus.  Ob diese grammatikalisch richtig ist, ist mir nicht wirklich bewusst. Doch nach und nach werde ich lockerer. Entspannt überschlage ich mein Bein und wippe mit dem Fuß. Konzentriert höre ich jeder Antwort zu. Bei den Interviewfragen wechseln wir uns ab und ich kann viel über Hey Violet erfahren. Natürlich bin ich überrascht, wie locker und vor allen Dingen wie lieb alle sind.

Viel zu schnell ist das Interview zu Ende. Wir machen zu Abschied ein paar Bilder und ich bekomme ein paar Unterschriften auf mein T-Shirt. Das ist wohl einer der Vorteile, die man so als Nachwuchsmusikjournalistin hat. (Für alle Neider: Wir müssen aber auch arbeiten).

Nun beginnt die Wartezeit auf das Konzert, welche ich mir mit einem kleinen Spaziergang und einem kleinem Essen bei einer bekannten Fast Food Kette vertreibe. Letztendlich stehe auch ich in der Schlange vor dem Club, die sich mittlerweile gut erweitert hat.

Um 19 Uhr bewegt sich die Schlange, welche bis um die Ecke ging, langsam, aber stetig. Ich werde immer hibbeliger und bin noch aufgeregter, als ich den Club betrete. Von der netten Dame an der Kasse erhalte ich einen Stempel auf die Hand. Sofort suche ich mir einen Platz, doch die besten Plätze in den ersten Reihen sind leider schon weg. Aber das ist mir sowieso zu stressig. Aus diesem Grund besorge ich mir erst einmal ein T-Shirt von Hey Violet und warte gespannt auf den Auftritt. Ein bisschen Zeit gilt es ja noch totzuschlagen.

Der Vorsänger, welcher um 20 Uhr die Bühne betrat und seine Songs vorstellt, ist schnell vergessen als die Band letztendlich um 21 Uhr auf die Bühne kommt. Die Menge, die mitunter aus Teenagern besteht, jubelt bzw. schreit auf.  Die Gespräche werden eingestellt und sobald der erste Song anfängt, tobt das Publikum. Jeder springt, kreischt, die Lichter gehen an, der Bass dröhnt aus den Boxen.

Sobald die Sängerin Rena anfängt zu singen, singt jeder mit. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Die Atmosphäre ist unglaublich. Die Hände heben sich in die Höhe und wippen zum Takt. Ein Song nach dem anderen wird gespielt. Mit dabei sind die Kracher „Break my Heart“, „Fuqboi“, „Brand New Moves“ oder auch „Guys My Age“. Spätestens hier rasten alle aus. Zudem spielen Hey Violet ein Cover von Ed Sheerans Hit „Shape of you“.  Spätestens jetzt realisieren die begleitenden Eltern, dass es sich um ein wahres „Rockkonzert“ handelt und die Band wirklich was drauf hat. Die Connection zwischen den Bühnenprotagonisten und den Fans stimmt. Rena lobt die Cathedral der Stadt und wie schön die Stadt Köln ist. Zwischenzeitlich fällt auch mal das Mikro aus, was aber nicht so ins Gewicht fällt, da das Publikum einfach weitersingt. Iain kann seine Wasserflasche nicht öffnen und nimmt kurzerhand eine andere, die dort steht. Casey macht auf der Bühne ein paar Witzchen und Miranda sieht in ihren Klamotten einfach super aus und begeistert mit ihrer wunderschönen Stimme. Nia geht am Schlagzeug ab wie Schmitzkatze und Rena verzaubert mit ihrer genialen Stimme und mit ihrer unermüdlichen Power.

Das Kribbeln im Bauch, der Moment, das Konzert, ist leider viel zu schnell vorbei. Nach einer knappen Stunde verlässt die Band die Bühne.

Nach dem Konzert habe ich ein Dauergrinsen im Gesicht. Der Tag war vorbei. Also hieß es für jeden einzelnen nach Hause zu gehen. Doch wir haben alle etwas, was uns für immer bleiben wird:
Wir haben Erinnerungen. Erinnerungen an einen Abend, der unvergesslich ist.  Wir haben einen Abend durchlebt, der immer von uns ein Teil sein wird.

Einen Moment, den man nicht mehr vergisst.

10 von 10 Stars

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In den nächsten Tagen veröffentlichen wir selbstverständlich noch das Interview mit Hey Violet. Stay tuned.

Lena_Lu
Lena_Lu
Lena_Lu ist unser Nesthäkchen. Ihren ersten Weblog hatte Lena_Lu bereits mit neun Jahren. Dort schrieb sie Rezensionen zu Kinderbüchern. Musikalisch ist sie noch in der Umbruch- und Entdeckerphase. Soviel ist jedoch sicher: Sie hasst Justin Bieber und mag Shawn Mendes. Instrumente kennt sie nur von iPad Apps.

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