Albumcheck | After Laughter von Paramore

Das erste Mal als ich mir das neue Album „After Laughter“ von Paramore auf die Ohren gegeben habe, dachte ich mir nur: „Was ist das denn für eine SCHEIßE“. Das waren nicht mehr die Paramore, die ich kannte. Wo war die rockige Seite der Band nur hingekommen.

Also versankt der Longplayer in meiner Schublade. Allerdings konnte ich es mir nicht nehmen lassen, noch einmal ein Öhrchen drauf zu werfen. Und siehe da, dass in Nashvilles historischem RCA Studio B aufgenommene Album entfallte seine geballte Kraft und knallte mich sowas von weg, dass ich kaum noch geradeaus gucken konnte. Die 12 Tracks sind einfach nur genial. Zwar mögen sie für den einen oder anderen zu überproduziert sein, das schadet dem Album jedoch nicht sondern hebt es eher hervor.

Ferner legt die Band einen kompletten Stilwandel hin, der ihr gut zu Gesicht steht. Schließlich haben sich schon andere Musiker die Freiheit genommen, sich musikalisch zu verändern. Wer will schließlich von Musikern sein Leben lang begleitet werden, die immer nur den gleichen aufgewärmten Mist komponieren? Wohl die wenigsten.

Okay, dachte ich mir: Back to the 80s, dem von mir so geliebten musikalischem Jahrzehnt. Dann geben wir dem Silberling mal eine Chance. Stimmlich und musikalisch erinnert an Tiffany oder Debbie Gibson.

Bereits der Opener „Hard Times“ lässt die Beine wackeln. Nicht weniger „fetzig“ folgen „Rose-Colored Boy“ und „Told you so“. Seichtere, aber fröhliche Töne werden hingegen in „Forgiveness“ aufgegriffen. Zu den absoluten Highlights gehört der nachfolgende Track „Fake happy“, wo die Stimme von Hayley Williams besonders gut zum Vorschein kommt.

Dass sie aber auch anders kann und auch beruhigende Beladen singen kann, zeigt sich in „26“. „Pool“, „Grudges“ und auch „Caught in the middle“, „Idie Worship“ sind sehr poppig angehaucht und erinnern ein wenig an eine rockabgespeckte Version von No Doubt. Ein bisschen verloren outet sich der Track „No friend“, der etwas deplatziert und verwirrend wirkt. Last but not least: „Tell me how“. Ein netter und klassischer Song, der noch einmal das komplette Album Revue passieren lässt und den Zuhörer hoffnungsvoll zurück lässt.

Fazit: Ein geniales Album, welches seine Kraft erst nach mehrmaligem Hören entfaltet und unheimlich Spaß macht!

Ich liebe es!

Veröffentlicht am 12. Mai 2017 bei Fueled By Ramen

10 von 10 Stars

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Tanja
Tanja
Dem schlechten Musikgeschmack der Mutter entronnen, den des Vaters angenommen und maßgeblich dadurch beeinflusst worden. Musikalische Kenntnisse auf Grund jahrzehntelangen Studiums der internationalen Top 100, die sie im Schlaf aufsagen konnte. Eher noch als die Quadratzahlen, wie ihr Mathelehrer von ihr forderte.

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