Albumcheck | Dom von Blank & Jones

Der Kölner Dom ist an sich schon ein beeindruckendes Bauwerk. Noch viel beeindruckender war es, als ich hörte, dass der Dom vom 18. bis zum 20. August seine Pforten  jeweils zwischen 22.00 und 2.00 Uhr öffnen sollte. Der Bau wurde zudem von außen und innen in einer völlig neuen Weise mit Ausdrucksmitteln der Jugendkultur inszeniert. Unter dem Projektnamen „SilentMOD“ wurden  Licht- und Laserinstallationen im Kölner Dom untergebracht. Als Krönung dazu gab es elektronische Musik von Blank and Jones auf die Ohren. Des Weiteren wurde Duft verströmt, der alle Sinne ansprechen sollte und es auch tat.

Vor ab hatten Blank & Jones selbstverständlich den „Soundtrack“ zum Kölner DOM Live Event auf den Markt gebracht, wo sich der Zuhörer bereits einstimmen konnte.

Der Longplayer hört sich sehr geil, ja fast schon episch. „DOM“ zeigt mit seinen 14 Tracks zudem eine sehr neue spirituelle und experimentelle Seite von Blank & Jones .

ABER (und jetzt komt’s): Egal wie sehr man seine Mucke aufdreht, egal wie gut man seinen Klang aufs Wohnzimmer, Auto oder ähnliches abgestimmt hat: Es ist einen Scheiß gegen den Kölner Dom!

WER NICHT DA WAR, HAT WAS VERPASST!

Und ich kann mit Stolz behaupten, dass ich (nach einer Wartedauer von ca. 1 Stunde) in den Kölner Dom treten konnte und mir dieses visuelle und musikalische Schauspiel zu Gemüte führen durfte. Die Atmosphäre war beeindruckend und auch der Klang waren einfach gigantisch. Die ausgeklügelte Lichtershow verzauberte die Besucher, ebenso wie Duftakzente.

Der klare und einzigartige Sound von Blank & Jones vermischte sich mit der Akustik vom Kölner Dom. Na, wenn das mal nicht der absolute Oberburner ist. Sobald man sich das Scheibchen erneut auf die Ohren gibt, kommen die Bilder und die Gefühle von diesem bedächtigen Abend zurück. Wer es verpasst hat, kann sich mit der CD (oder dem Download) den perfekten Soundtrack für den Event nach Hause holen.

Schließlich schaffen es Blank & Jones elektronische Musik gekonnt in ein „römisch-katholisch-klösterliches“ Gewand zu weben und dem „Chor- bzw. Kirchensound“ noch ausreichend Platz zur Entfaltung zu geben. Angefangen beim epischen „Dona Nobis Pacem“ über den Track „Genesis“, bei dem ich mir den Kopfnicker nicht verkneifen konnte. Schon ein komisches Gefühl im Kölner Dom. „Sapientia“ holt einen sofort wieder runter, obwohl man glauben mag, sich im Himmel und umgeben von lauter Engeln zu sein. Gefährlich und düster wirkt dann wohl eher „Infinitum“ . Last but not least der Track „Pax“, welcher einen wunderschönen Ausklang zur Platte findet. (Naja, und man sich als Vogel durch die Wolken fliegen wieder findet. Erinnert aber auch ein bisschen an die Szene aus dem Film im Rausch der Tiefe, als Jacques Mayol mit den Delfinen im Meer schwamm)

Aber eben dieser Widerspruch von Andacht, Ruhe und Zufriedenheit gegenüber den mitreißenden, elektronischen und punktiertem Klängen macht den Charme dieser Platte aus.

Deswegen 10 Sternchen und einen Tipp der Redaktion!

 

Tanja
Tanja
Dem schlechten Musikgeschmack der Mutter entronnen, den des Vaters angenommen und maßgeblich dadurch beeinflusst worden. Musikalische Kenntnisse auf Grund jahrzehntelangen Studiums der internationalen Top 100, die sie im Schlaf aufsagen konnte. Eher noch als die Quadratzahlen, wie ihr Mathelehrer von ihr forderte.

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