Albumcheck | Crazy Saints – Live von Trilok Gurtu

Lust indische Musik zu hören, die vom Rhythmus lebt, in Klassik eintaucht und in den Jazz geht? Dann ist das Album von Trilok Gurtu zu empfehlen, er lässt Instrumente sprechen in einer Art Gesang.

Er setzt Musik in Taten, wenn die Momente dazu günstig sind und künstlerische Energie fließt in denen er die Musik schreiben kann. Gewidmet ist sein künstlerisches Werk der Mutter von Ihm (Shobha Gurtu, seinem Lehrer Ahmed Jan Thairakwa, an John Coltrane und an Thelonious Monk.

Einerseits ist es auf der zweiten Platte Jazz, auf der anderen Seite Klassik. Von der Klassik heraus entwickelt sich der Jazz. Es ist instrumentale Musik. Der bewegende instrumentelle Gesang von Shobha Gurtus wird vom Kornett (Don Cherry) der Violine (L. Shankar) umtanzt. Rhythmus kommt von dem Bassisten Jonas Helborg und dessen Sohn Trilok. Den Hörer packt es immer wieder zu hören, wie der Künster die rhythmischen Feinheiten erzeugt auf seinem Drumset. Den Hörer reißt er durch seine Spielart mit, zeigt Toleranz und Freiheit, er ist Musikmotor.

Zu Indien hat er eine innige Beziehung, die er musikalisch wieder gibt. Sein Jazz-Guru Don Cherry kennt die Sufi-Mystiker und den Musiker Hazrat Inayat Khan, der im Gebiet des Klangs und Rhythmus Geheimnisse und Gesetze hat, die er hier zum Ausdruck bringt. Es geht um die Frage, wie Musik im menschlichen Körper wirkt, über psychologische Einflüsse der Musik und die Klangwirkung. Die ganzen Erfahrungen setzt Trilok Gurtu im Stück Usfret um. Er ist Kosmopolit, Weltbürger mit einer ganz eigenen Art zum Jazz. Mit dabei ist der französische Keyboarder Daniel Goyone, der 1993 beim Mitschnitt des Konzerts mitgewirkt hatte. In dem Jahr hat Trilok mit der Gruppe Oregon (amerikanische Band) in Ludwigsburg für ECM sein Album „Ecotopia“ aufgenommen.

Album: Crazy Sintes Live
Artist: Trilok Gurtu
VÖ: 27.11.2015
Genre Jazz, Klassik
Label: Arto of Groove, div of MIC Music GmbH | austromechana
Artwork von Sascha Osterland
Wertung: 10 von 10

Walter Müller
Walter Müller
Sein Moto: Musik ist Kunst in Melodien und Noten ausgedrückt. Neue Ideen so frisch wie Noten, so bunt wie ein Blumenstrauß, Hörklänge unterschiedlichster Art. Er hört gerne Musik unterschiedlicher Themen, bunt gemischt von politisch, bis Beziehungssongs oder weis ich was.

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