Jazzcheck | Søren Gemmer: The Lark

Die dänische Jazzszene vertraut auf Albumcheck. Und irgendwie scheint die dortige Szene recht aktiv zu sein, dem eingehenden Material nach zu urteilen. Jedenfalls ist es höchste Zeit für mich (Ulf), den Stapel unerledigter CDs ein wenig kleiner werden zu lassen.

Ende Februar erschien ein neues Album von Søren Gemmer, dessen Debutalbum „At First“ vor ziemlich genau drei Jahren hier Thema war. Diesmal rotiert „The Lark“ auf dem Teller, das Nachfolgewerk, welches zum Teil komponiert, zum Teil eher improvisiert wurde.

Deutlich zum Tragen kommt der kommunikative Aspekt, Frage-Antwort oder Rede-Gegenrede der Musiker, der sich mal lebhafter, mal entspannter durch das Album zieht. Dies offensichtlich mit einer Menge Freude und Engagement. Dynamisch, nicht zu lärmend scheint jeder Ton einzeln sorgfältig geformt und gestaltet und ein Kunstwerk für sich. Nicht das technische Können (wie viele Noten schaffe ich pro Sekunde zu spielen?) steht im Vordergrund, sondern die eigentliche Musik und ihr Gesamtbild, welches sich aus den einzelnen Stimmen zusammenfügt.

Viel Melancholie, aber auch eine gehörige Portion Witz sorgen dafür, dass das Album Aufmerksamkeit nicht nur verdient, sondern regelrecht einfordert. Sicherlich könnte man damit auch den Hintergrund beschallen, doch  ist es dafür viel zu schade- viel zu viel würde einem bei unaufmerksamem Hören entgehen, was doch den eigentlichen Reiz erst ausmacht!

Die von „At First“ bekannte Besetzung Gemmer, Møllehøj, Fryland, Toivanen, verstärkt durch Mads La Cour am Flügelhorn, ist offensichtlich bestens aufeinander eingespielt. Zwischen intensiv und entspannt, schräg und harmonisch ein gelungener Balanceakt.

Kaufen.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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