Albumcheck | The Inevitable End von Röyksopp

Viel emotionale Energie dann langsam und ohne viel Takt, oder mit viel Takt und schnell. Als norwegische Götter im Bereich der Elektro-Musik werden Röyksopp bezeichnet.

Mit Ihrem Einstand „Melody A.M“ (2001) sind drei Studioalben auf den Markt gekommen. Auf den Markt kam 2005 „The Understanding“ (experimentell), 2009 „Junior (gesellschaftlich einbeziehend, mit zuviel Pop), und 2010 „Senjor“ (auf das eigene ich bezogene Album).

Neue Lebensbereiche führen 2014 zu Veränderungen der Lebensverhältnisse, nach dem letzten Album. Daraus schöpfte die Band Kreativität für zwei neue Alben innerhalb von 6 Monaten. Zusammen mit Robyn, einem Skandinavier, ist das Album „The Inevitable End“ herausgekommen.

Wörtlich meint Torbjǿrn: „Wir merken, dass es da draußen eine Menge Musik gibt, die einfach keine eigene Identität hat – wir wollen, dass unsere Musik tatsächlich eigenständig ist“. Weiter sagt er: „Und wir haben nicht den Eindruck, wirklich unter Zeitdruck zu stehen. Wir möchten einfach Musik machen, die wir sonst nirgends finden. Uns ist auch wichtig, dass unsere Musik eine Dauerhaftigkeit bekommt, weshalb wir bei der Produktion und der technischen Abwicklung ständig nach Wegen suchen, die einen großen Bogen um generische Produktionstrends schlägt.“

Um eigene Musik zu machen verwendet die Band sehr viel Zeit. Emotionaler und oder körperlicher Verlust, die Lebensphasen eines Menschen, und Emotionen die oft widersprüchlich einander stehen, sind im Titel vereint und Hauptthemen innerhalb der Platte. Bestes Beispiel dafür ist der Songtrack „Monument (T.I.E. Version). Das Werk ist mit Robyn und steht zwischen „Do It Again und dem Track „The Inevitable End“. Geballt anziehend im neuen Album integriert schlägt es hier nieder.

Svein sagt, daß die zwei Platten, die gleichen Themen haben. Beim neuen Album stehen Texte und -textinhalte im Vordergrund. Und meint, daß es am Zusammenwirken mit Torbjǿrn liegt. Die Musiker bezeichnen Ihr Leben als turbulent. „Wir haben keine Lust uns zu wiederholen“, meint Röyksopp.

Der erste Song „Skulls“ empfindet der Hörer als klassischen Röyksopp-Song. Knarrende Basslinien, Syntessizer, die gefiltert sind mit einem Song voller Gefühle mit einem feinfühligen Herzschmerz. Beispiel dieser Songrichtung ist der Song „Sordit Affair“ Torbjǿrn sagt dazu: „ …es geht darum, unserer Gefühlslage die perfekte Stimme zu verleihen“. Die Sänger können sich mit dem eigenen ich in die Songs einbringen.

Beim Hören des Albums entsteht beim Hörer die Frage, wie weit dieser seinen Erfüllungen nachgehen darf, beim Gefühl des Universums voller Emotionen und Alternativen. Neben der Moral, entsteht die Frage, ob der Hörer Sehnsüchten oder dem Gewissen folgen soll. Sich selbst ablehnen wollen, Zweifel und dem Gegensatz Wunschdenken und vernünftiges Handeln. Dabei entstehen in den Songs Mantras wie das von Jamie durch Songtexte wie „I never meant to let you go“.

Symphonisch ist das Album mit zwei Produzenten umgesetzt worden, die Ihr Können verstehen. Die Band produziert nicht für die Tanzfläche, sondern für selbstreflektierende Musik innerhalb der eigenen Wohnung des Hörers. Der Hörer soll sich damit entspannen, und inspirieren können. Und eine eigene Welt damit aufbauen können.

Album: The Inevitable End
Artist: Röyksopp
Label: Embassy One
Vertrieb: Warner / Zebralution

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