Albumcheck | Konstantin Wecker: Ohne Warum

Viel sagen muss man ja wohl kaum noch über einen der ganz großen deutschen Liedermacher. Und das nicht nur wegen der legendären Dreierautritte mit Hannes Wader und Reinhard Mey. Kurz nach seinem 68. Geburtstag ist nun am 19. Juni 2015 mit „Ohne Warum“ ein neues Album von Konstantin Wecker erschienen.

„Typisch Konstantin Wecker“, so möchte ich dazu sagen. Man erkennt ihn immer. Sofort. Selbst wenn er stilbrüchig geworden wäre und musikalisch wild herumexperimentiert hätte- spätens seine charakteristische Stimme mit dem ebenso charakteristisch gerollten „R“ des gebürtigen Münchners (der netterweise auf Dialektexzesse verzichtet) verrät ihn. Und seine Texte natürlich. Er bleibt ein Revolutionär, er bleibt gesellschaftskritisch und politisch, wenn er auch etwas ruhiger geworden ist dabei. Das Wort „Altersmilde“ ist jedoch fehl am Platze!

Ein begnadeter Lyriker, der gefühlvoll, doch ohne Gefühlsduselei und ohne Schmalz und ohne Schnulz das Herz (sofern vorhanden) anrührt. Er besingt seine Wut, dass es zu Tränen rühren kann, dass man den Pflasterstein liegen lässt. „Tragt nie eine Uniform!“ (An meine Kinder, Track 3). Er besingt Ungerechtigkeit, Krieg, Die Mordnacht von Kundus.  Doch er haut dem geneigten Hörer nicht platt die Parolen um die Ohren. Man muss dafür schon zuhören. Insofern ist es natürlich keine Musik für jeden, schon gar nicht für jene, die gewohnt sind, irgendwelche Sprüche im Stakkato in den Gehörgang gekloppt zu kriegen. Der Inhalt findet im Gehirn statt.

Konstantin Wecker – ohne „warum“ zu fragen ist das Album eine Kaufempfehlung von Metal-Ulf!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.