Albumcheck | Excimer: Thrash from Fire

EXCIMER - Thrash From Fire || cover art

EXCIMER - Thrash From Fire || cover art

Ägypten ist auch nicht gerade für Exportrekorde in Sachen Metal bekannt. Das  schreit gerade danach, den fünf Thrashern aus Alexandria abgeschmackte Beinamen zu geben wie „Mumien-Mühle“ oder ihnen zu unterstellen, dass sie für die Zerstörung der legendären Bibliothek von Alexandria verantworlich zu machen seien. Aber Albumcheck ist nicht die BLÖD-Zeitung oder sonstige Regenbogenpresse. Fakt ist: Excimer lassen die Pyramiden wackeln! (hust, röchel)

Die (wie auch in Israel, vgl. Interview mit Yakir Shochat / Hammercult 2012) wohl eher vorsichtig „überschaubar“ zu nennende Szene und die zeitweise eher suboptimale politische Lage machten den Musikanten den Start nicht gerade leicht. Erst nach mehreren Jahren des Herumkrebsens enstand vor zwei Jahren aus einer Art Blastozyste eine stabile Band, die nach etwas benannt wurde, was irgendwie mit Licht und Laser zu tun hat: Excimer. Und kürzlich eine erste Platte in die Schlangengrube warf.

Die zehn Titel auf dem ersten „vollwertigen“ Album „Thrash From Fire“ werden erbarmungslos mit hoher Geschwindigkeit in den Gehörgang gedroschen. Wie damals(tm). In der „Guten alten Zeit“. Deren Klang dieser Tonträger bietet.

Die Gestaltung des Excimer-Schriftzuges sieht schon sehr nach Old School Thrash aus. Passt schon.  Auch wenn die Band erst 2013 offiziell gegründet wurde und die  Bandmitglieder erst geboren wurden, als etliche Bands der ersten Generation des Thrash Metal sich schon damit beschäftigten, wieder unterzugehen. Deren Einfluss ist, wie auch der der NWOBHM als wiederum deren Haupteinfluss natürlich ebenso, unüberhörbar. Die vom Quintett selbst angeführten Bands decken sich mit der Vorstellung, die sich beim Hören entwickelt.

„Mainly Influenced by the NWOBHM Like Iron Maiden, Judas Priest and Motörhead and by the Early Thrash Metal Bands Like Metallica, Slayer, Megadeth, Exodus, Overkill, Testament, Vio-Lence, Kreator, Sodom and Artillery. Being the First of Its Kind, in Egypt, Throws a Heavy Responsibility on the Band’s Chest to Give a Thrashing, Heavy, and Harsh Sounds.“

Entsprechend die Musik: Macht einem Vollblut-Thrasher schon Spaß. Aaaaaber- es ist nicht unbedingt extrem originell. Eher schon bekannt. Dadurch jedoch wieder vertraut. Ist alles drin, was man kennt, ist laut, ist hart, ist schnell, ist hässlich, ist erbarmungslos. Nur eben eines nicht: innovativ.

Muss es das sein? Keine Ahnung. Aber extrem partytauglich. Würde ich mir gerne mal live geben- da zählen andere Kriterien.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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