Albumcheck | inter larvas von a band of crickets

Die Band verbindet zwei Sachen: Die Masken einzelner unter Mitmenschen, stellt auf Bühnen dies anhand von Masken dar. Und die Verbindung zwischen Dunkelheit, einfühligen, warmen Songs, die zum Teil in den Tag hineinbrechen und mit Songtext-Pointen versehen sind.

Die Nacht hat so viele Facetten. In der Dunkelheit klingt die Band fragil einfühlsam, finster. Die Band arbeitet mit elektronischer und akustischen Musikbestandteilen. Die Elemente verschmelzen das Dunkel der Nacht mit warmen, gefühlvollen Tönen.

Es ist wie mit einem Bild von einem kreativen Künstler. Wie das Bild sich verändert, was es durchläuft, während der Bearbeitung weis nur der Künstler selbst. Die Musikkünstler von diesem Album arbeiten mit starken Reggae-Bässen. Nach Portishead, Björk, Fever Ray, Moloko klingt der elektrische Sound, durch, dabei hört der Hörer ab und zu Gitarre heraus. Die Gitarrenmusik ist manchmal verzerrt wie eine Hymne zu hören. Der Hörer könnte im Song „solis“ annehmen, dass die Nacht durchbrochen wird, der Tag aufbricht und wie von Tau bedeckt ist. Die Songstexte handeln von eindrucksvollen Vergleichen, in Pointen innerhalb der Anekdode eingearbeitet. Die Songs gehen gut ins Ohr des Hörers, weil das Gespür dafür entwickelt ist.

Das Besondere an der Band ist, dass diese sich im Kollektiv zusammengetan haben. Die Band ist aus Berlin und Brandenburg. Die Lieder der Band sollen keiner Erwartungshaltung entsprechen. Das Aussehen, Alter, wie alt die einzelnen Künstler sind ist dabei nicht relevant.

Der Albumtitel heißt übersetzt so ähnlich wie „Unter Masken“. Dunkle Masken bei Konzertauftritten der Künstler und andere Masken. Damit grenzen sich die Künstler von anderen Mitmenschen ab. Oftmals gibt es bestimmte Regeln, Normen und Schwächen, die unter bestimmten vorgefertigten Sätzen stehen. Der Mensch hat mit einer Überflutung von Reizen, zwischen frei gewordenen Kräften und festhalten zu tun. Identitäten und Persönlichkeitsmerkmale sind in einem Raum gebunden, weil es feststehende Normen gibt. Daraus will die Musik entfliehen.

Die Tracks dieses Debüt-Albums sind sehr vielfältig, die Band hat in der Art zwei ähnliche Alben herausgebracht, die EPs „isis at thawk“ und „ask what it is?“.

Die Ouvertüre aurora ist der erste Track des Albums. Der Hörer vernimmt darin elektronische dunkel rätzelhaften, außerirdischen Tönen mit Geigen, und Gitarrentöne die sich an die Vergangenheit erinnern. Mit einer Songstimme, die zerbrechend, klein und fassbar-nah wirkt. Die Worte werden überwiegend gesprochen als sängerisch dargestellt. Im Song aurora geht es um einen Asteroideneinschlag auf die Erde. Die Band baut ein Klangkosmos auf, der den Zuhörer inmitten dessen zur groovigen Rhythmen einläd. Die Bässe sind weich und voll, der Hörer ist inmitten der Songs in einem Bigband-Himmel. Mit einem Quäntchen Fatalismus ungebremst und experimentell.

Dramatisch nach 90-iger Jahre Synthie Klängen klingt dagegen der zweite Track, ohne diese Gelassenheit. Der Track „zero“ – bei diesem Track geht es um die Unsinnigkeit in Kriegsverstricktheiten als Zivilist zu kommen und den Krieg live mitzuerleben. Ein lauter Knall, danach die Geräusche der Umgebung. Platz machen für das Unterbewußtsein. Der Track mit dem Gesang (übersetzt) „Gut zu gehen – ich habe diesen Ort verlassen, er tötet mich“. Tanzbare Beats, ein Bass in wurmender Art Das Lied baut auf Massive Attack auf mit ernster, tiefer und reifer Soul-Musik.

Reggae-Vibre mit dem Track anemone. Der song distanziert sich einerseits, ist ernst. Beim Song geht es um die Fabelgeschichte von Aesop. Eine Grille zirpt, die anderen Grillen sorgen für den Winter vor. Ein Winterquartier bekommt die Grille von den anderen Grillen nicht. Die Grille hat eine Zeit gelebt. Die anderen Grillen denken nur an die Zukunft, wie es weiter geht. Übersetzt kommt in einem Songtext vor „Du bist jetzt ein Wanderer,“ die Grille wird angeraten Ihr Gezirpe weiterhin zu zirpen.

Artist: a band of crickets
Album: inter larvas
VÖ: 6.2.2015
Label: behind the black curtain records

1 Comment

  1. Joshua sagt:

    Das Album ist echt gut und die Beats mega Cool. Meine Kaufempfehlung hat es 🙂

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