Konzertcheck | Ambivalent: dIRE sTRATS am 31.10.2014 im Spektakulum, Düsseldorf

Ein recht überschaubares Publikum pilgerte am Halloween-Abend ins Spektakulum im Düsseldorfer Süden, um sich Cover von Dire Straits und Mark Knopfler auf die Ohren geben zu lassen. Während Dire Straits früher die Massen zum Rocken brachten, zieht Mark Knopfler mit seinen Songs mittlerweile eher ein Nischen-Publikum an.

Mit „What It Is“ startet das Set zwar mit einem der erfolgreichsten Solo-Stücken von Mark Knopfler. Da dessen Bekanntheitsgrad trotzdem nicht besonders hoch ist, verpassen es die Dire Strats leider, ihr Publikum gleich von Anfang an mitzunehmen. Möglicherweise hätte das gänzlich im Set fehlende „Calling Elvis“ hier einen besseren Dienst erwiesen.

Überraschend folgt „Lady Writer“ vom zweiten Dire Straits-Album „Communiqué“, das eher älteren Semestern geläufig ist und selbst von der Original-Band live vernachlässigt wurde. Im Anschluss gibt es einen der neueren Dire Straits-Songs, der mangels nachlassender Popularität Anfang der 90er allerdings auch kaum bekannt ist. So verwundert es nicht, dass erst mit „Romeo & Juliet“, sicherlich ein Klassiker, die Stimmung auftaut, die leider durch einen eher unbekannteren, wenn auch sehr schön umgesetzten Mark Knopfler- Song wieder abgekühlt wird.

Jetzt geht es dann aber Schlag auf Schlag. Mit „Walk of Life“ reissen Dire Strats das Publikum im Spektakulum mit und sorgen auch mit den beiden folgenden Klassikern für gute Stimmung.

Spätestens mit „Private Investigations“ nämlich zeigt sich auch die Genialität des Solo- Gitarristen Wolfgang Uhlich, dem es am ehesten zu verdanken ist, dass man mit geschlossenen Augen das Gefühl hat, dass da die echten Dire Straits auf der Bühne stehen. Leider, und das zeigt sich auch bei „Sultans Of Swing“, nur an den Stellen ohne Gesang, denn was Peter Spencer ins Mikro bringt, erinnert zwar entfernt an das Genuschel von Mark Knopfler – im Gegensatz zum Original ist es hier aber kein Markenzeichen oder Stil, sondern wirkt leider eher wie eine schlechte Kopie. Betonung und Aussprache sind doch recht weit entfernt von dem, was man kennt und erwartet, und auch textlich wirkt es so, als würde er die ein oder andere Passage neu erfinden. Ein eigener Stil darf sicherlich auch bei einer Cover-Band sein – nur gelingt es den einen und den anderen eben nicht, so dass sich hier eher ein Störgefühl breit macht.

Gleiches gilt bei der Auswahl des folgenden Songs. Wenn man bedenkt, welche genialen Songs Dire Strats an diesem Abend auslassen, gehört das allgemein eher unbekannte „Hill Farmer’s Blues“ eher nicht ins Set. Mit „Tunnel Of Love“ sind wir dann wieder auf Kurs, wobei das an sich recht nette „Postcards from Paraguay“ aufgrund der Wahl des falschen Synthie-Sounds leider misslingt.

Mit dem in voller Länge ausgespielten und toll umgesetzten „Telegraph Road“ endet dann auch schon das Hauptset.
Mit einem hervorragenden Intro versehen geht es in die erste Zugabe „Money For Nothing“ vom Album „Brothers In Arms“, wobei gleich darauf der Titelsong des Albums folgt.

Nach dem obligatorischen Hinweis auf den Merchandise-Verkauf endet das Konzert nach guten zwei Stunden mit dem instrumentalen „Going Home“.

Dire Strats treten an diesem Abend in der „kleinen“ Formation auf, ohne Saxophon und Pedal Steel. Sicherlich sorgen diese Instrumente für eine noch genialere musikalische Umsetzung, die sängerischen Defizite vermögen sie sicherlich nicht zu kompensieren. Daher bleibt es am Ende leider bei einem recht ambivalenten Konzert-Erlebnis.

Setlist:

  • What it is
  • Lady Writer
  • Heavy Fuel
  • Romeo & Juliet
  • Speedway At Nazareth
  • Walk of Life
  • Private Investigations
  • Sultans of Swing
    Hill Farmer’s Blues
  • Tunnel Of Love
  • Postcards from Paraguay
  • Telegraph Road
  • Money For Nothing
  • Brothers in Arms
  • Going Home – Theme from Local Hero

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.