Albumcheck | Philm: Fire From The Evening Sun

Wer dieses Projekt bislang nicht kannte, wird zunächst irritiert sein, so wenig klingt es nach Slayer. Doch besteht die Band nicht nur aus deren ehemaligen und prägenden Drummer allein. Und dieser hat schon oft nebenher mit sehr unslayerigen Projekten gepunktet.

Dave Lombardo kann auch anderes als Hochgeschwindigkeitsgeknüppel.  Aber immer präzise. Zusammen mit Gerry Nestler und  Pancho Tomaselli als PHILM haben wir hier einen Sound, der irgendwo zwischen Metal und Stoner pendelt. Das vorliegende zweite Album „Fire From The Evening Sun“ schlägt zu. Mit rotzigen, mahlenden Gitarrenriffs und einem kräftigen Schuss 70ies Fuzz. Darunter Basslinien, oder eher -systeme, die eigenständig und virtuos, aber nie nervtötend oder störend, sondern unaufdringlich herumkneten.

Dazu kreative Drums- nur selten so schnell und rabiat wie bei Lombardos Ex-Brötchengeber. Wobei einzelne Tracks durchaus ein wenig in diese Richtung tendieren. Ein wenig.

Kaufst Du das Album (was durchaus ratsam wäre!) bekommst Du 52 Minuten dreckigen, harten Rock, der nach Schweiß riecht und dem bröselnden Lack der malträtierten Instrumente, nach Bier und Bourbon und gegrilltem Steak, nach Leder und frisch geölter Harley.

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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