Jazzcheck | Træben: Looking At The Storm

Jazz gilt gerne als furchtbar intellektuelle und anstrengende Musik, von der man viel verstehen muss, um es würdigen und mögen zu können. Kann Jazz auch sein. Oder auch mal nicht! Es geht auch leichter, ohne deswegen in seichtem Gewässer zu stranden.

Træben, meinen (glaube ich?) erster Kontakt in die dänische Jazz-Szene, hatte ich bereits vor ziemlich genau zwei Jahren mit ihrem damaligem Album „Push“ vorgestellt. Dies ging bereits in die angesprochene Richtung, während der im September erscheinende Longplayer „Looking At The Storm“ dies noch intensiviert.

Mit teilweise härteren Riffs und einem meist geradezu tanzbarem Groove gleich zu Beginn („Do You Think They’re Any Good“) scheint das Dänisch-Niederländische Quartett manchmal geradezu Heavy Metal absorbiert zu haben, der irgendwie unterschwellig vor sich hin headbangt- doch ohne je etwas anderes zu machen als Jazz. Rockige Härte, aber keineswegs Jazrock, Rockjazz oder Whatthefuck.

Træben verzichten hier auf überkandidelte Solo-Fuddeleien. Zwar jazzig-dissonant, aber ständig bodenständig. Und zwischendrin- Atempausen wie „Jim“.  Sanft den Nacken massierend. Immer jedoch die Linie der Musik leicht und deutlich erkennbar.  Jeder Ton sitzt -wie bei Træben gewohnt- präzise an der richtigen Stelle, und jeder der Musiker versteht sich darauf, den richtigen Sound herauszukneten, zupfen, klopfen oder blasen.

Fazit: „Looking At The Storm“ ist schön entspannt zu hören und wahrscheinlich bestens zum „Missionieren“ geeignet!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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