Albumcheck | Hard To The Core von Ryker`s

RYKER`S ? Ein neues Album ? Ich muss zugeben, dass ich damit kaum noch gerechnet habe. Nach etwa achtjährigem Bandbestehen (ca. 1992-2000) gab es 2008 mal einen vagen Reunionversuch, der aber im Sande verlief. Die Hessen haben nie so wirklich aufgelöst, was da eigentlich passiert ist.  Nun gut, jetzt sind sie ja wieder da mit einem neuen Scheibchen. Mal sehen, was die alten HC-Recken hier so vom Stapel lassen…

Zum Sound ansich kann man nur sagen: Straight in your face meets Hardcore-Minimalismus. Und nichts anderes kredenzen die Buam gleich zu Beginn mit „The World As I See It Today“. Immer noch schiebt man einen amtlichen Hass auf diese verfi**** Welt, der man nur mit starkem Willen und geballter Faust begegnen kann…und eben mit brachialen Riffs.

Das kommt auch größtenteils immer noch glaubwürdig genug rüber. Mit dem Titelsong „Hard To The Core“ bekommt man in allerfeinster AGNOSTIC-FRONT-Tradition eins übergebraten. Schneller Start, guter Übergang ins Midtempo mit knalligem Refrain und fetten Gitarren…Hardcore-Herz, wat willste mehr ? Vermutlich ist das einer dieser Songs, für welche die Repeat-Taste erfunden wurde…

Mit „Can’t Kill A Dream“ wird`s recht düster und metallisch. Schöne Gitarrenarbeit zum Refrain lockert  die etwas schwermütige Atmosphäre auf. Den (zum Glück nur sehr kurzen) missglückten Cleangesang-Versuch gen Ende habe ich dezent überhört…tut sowas NIE wieder ! „Time heals…“ plätschert irgendwie zu sehr vor sich hin, um sich bei mir einzubrennen. Halte ich für den typischen Füll-Track, mag aber auch sehr subjektiv sein. Mit „Divided By Colours“ gibt sich dann ein waschechter OI!-Mitgröhl-Song die Ehre…dürfte bei den Live-Shows gut punkten.

Bei „Born to fly“ erkenne ich die alten RYKER`S am ehesten wieder. Das soll nicht heißen, dass es davor nicht so war. Aber der typische „Marken-Song“ wird eben hier losgelassen und demonstriert auch einmal mehr, dass durchaus immer noch Power für einen deftigen Gesäßkick da ist… schlicht, aber weiterhin routiniert und glaubwürdig. Wer jetzt laut aufschreit:  „Alles schonmal gehört !“  liegt auch vollkommen richtig. Aber das kann man hier mit Spielfreude und Intensität wieder wettmachen. Und ganz ehrlich: Wer will bei den neuen Alben einer Oldschool-Kapelle schon frischen Wind ? Ich jedenfalls nicht…

Fazit: Nach einer halben Ewigkeit gibt`s aus dem Hause RYKER`S wieder gut auf`s Fressle. Urtümlicher Sound, Klischees über Klischees und sicher kein Meilenstein…dafür aber knalliger und kurzweiliger Hardcore-Spass. Etwas mehr Spielzeit auf ähnlich gutem Niveau darf`s bei nächsten Mal aber bitte sein.

Sam

Trackliste:

1. The World As I See It Today
2. Hard To The Core
3. Can’t Kill A Dream
4. Time Heals…
5. Divided By Colours
6. Born To Fly
7. Slave Cruel World
8. World Wide Trap
9. The Beautiful Sound of Broken Bottles

Spielzeit:

ca. 25. min

1 Comment

  1. Jean sagt:

    Mir gefällts.. Hoffentlich gibts noch etwas mehr demnächst. Das kann ja gut sein nach der langen Pause.

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