Albumcheck | Vinteroffer von VREDEHAMMER

Norwegen war in der Vergangenheit eine zuverlässige Schmiede für puristischen und kompromisslosen Black Metal. VREDEHAMMER schlagen nach ca. 5j. Bandbestehen mit ihrem ersten Langspieler zu und wollen die verwöhnten Ohren der „Grim und Frostbitten“-Hörerschaft nun ordentlich zum Beben bringen. Ob sie jene mit ihrem doch sehr technischen Black/Death/Trash-Mix errreichen…?

Vermutlich muss hier gleich mal sämtliche Schubladen zu lassen. Denn „Vinteroffer“ ist so pur oder Oldschool mal gar nicht…auch wenn`s teilweise so klingen will. So flirtet „The Awakening“ teil stark mit der nordischen Monotonie in Sachen Riffs und Drumarbeit, wie man es von alten MAYHEM kannte. „Cthulhu“ könnte in Sachen Songwriting auch gerne von IMMORTAL stammen…hier ein paar klirrende Gitarren, dort ein paar Blastbeat-Attacken.

„Suicide Forest“ kommt wiederum sehr groovig und nachvollziehbar , mit einigen netten, progressiven Tech Death-Anleihen angereichert, daher. Auffallend ist dabei auch, wie sehr man um ein ursprüngliches Black Metal-Fundament bemüht ist. Vermutlich einer der Songs auf  der Scheibe, die ich als Anspieltipp nennen würde. Mit „Skydom“ wagt man sich in die Gefilde des thrashigen Viking Metals. Jedenfalls lassen einige Songstrukturen diesen Gedankengang zu. Es ist dabei weniger diese melodische Variante ala WINDIR oder THYRFING, sondern vielleicht eher alte ENSLAVED. Auch diesen Song würde ich als durchaus hörbar bezeichnen. Der Titelsong beginnt eher ruhig und lässt sich Zeit, nur um dann wiederum technisch loszubrettern. Technisch stark geprägt und inspiriert von EMPEROR, ohne deren Bombast zu erreichen. Ohne Zweifel, das ist okay und kann man sich anhören…aber umhauen ? Eher nicht…

Ein gewagtes Experiment, die alte Basis mit steriler Technik zu konfrontieren. Ist das gelungen ? Teilweise, denn tonnenweise gute Riffs und technische Stärke kann man VREDEHAMMER nun wirklich nicht absprechen. Leider mangelt es hier oftmals schlicht an einem unverkennbaren Songwriting , denn gute Versatzstücke machen noch lange keine guten Songs. Nicht falsch verstehen, das knallt schon deftig und sicher wird das Album auch seine Daseinsberechtigung haben. Aber ein Mix zündet eben halt , weil alle Zutaten gut abgeschmeckt zusammengeführt wurden…und genau das ist eben nur sporadisch der Fall.

Fazit: Sicherlich keine schlechte Scheibe, aber einigen ordentlichen Songs in Sachen Intensität steht die Belanglosigkeit vieler anderer hinsichtlich Atmosphäre und Songwriting gegenüber. Vielleicht packt mich der nächste Output  mehr…

Sam

Trackliste:

01. The Awakening
02. Cthulhu
03. Seduce Infect Destroy
04. Suicide Forest
05. We Are The Sacrifice
06. Sykdom
07. Summoned
08. Vinteroffer
09. Admissa

Spielzeit:

Ca. 45 min.

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