Albumcheck | Tengger Cavalry: Ancient Call

China ist eher für das bekannt, was man hierzulande für „chinesisches Essen“ hält, doch weniger für Rockmusik oder gar -wie in diesem Fall- Metal. Doch eine Szene gibt es dort offensichtlich, und es gibt einen Gewinner der Wacken-Metal-Battle in China von 2013.

Die Band Tengger Cavalry gibt es allerdings schon einige Jahre, und Ancient Call ist auch nicht  das erste Album.   Es besticht durch einen ungewohnten Mix- wer nur die im Schnitt elende nordeuropäische Folk-Metal-Leier kennt, wird sich erschrecken.  Rabiat misshandelte „klassische“ Instrumente wie Drums, Bass und Gitarre mit krächzendem Gesang prallen auf Pferdekopfkeigen und wie das Zeug alle heißt. Und Chöömei, den mongolischen Kehlkopfgesang. Wie Neutronen auf den Atomkern.

Das Ergebnis könnte eventuell noch etwas variantenreicher sein (da geht garantiert noch was!), ist aber so schon reichlich abgefahren.

Die beiden Elemente der Musik erscheinen meist im Wechsel. Integriert, nicht völlig verschmolzen. Das schafft Atempausen. Bis zum nächsten Wechsel.  Nichts für schwache Gemüter- entspannte, aber fremdartige chinesische Musik niedergewalzt von brutal-hässlichem Metal ist wie kalte Güsse nach dem Saunagang.

Ich kanns nur empfehlen. Härtet ab. 😀

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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