Albumcheck | The Black Album von A Pony Named Olga

Eine kleine Stilblüte des Punk ist vermutlich der Country Punk. Wer sich da jetzt grunzende Hillbillies mit Mistgabeln in der Hand vorstellt, liegt gar nicht mal so richtig. A PONY NAMED OLGA sagt aber schon viel aus, denn es geht im dem Genre selten ernsthaft zu. Wie sollte DAS auch bitte aussehen ?

„The Black Album“ ? Meine lieben Herren von der Farm, wenn das nicht mal eine dezente Anspielung auf ein gewisses Album einer völlig genrefremden und „etwas“ bekannteren Band ist. Dabei gibt es die OLGA schon `ne ganze Weile (2004) und das eine oder andere Liveerlebnis gab`s natürlich auch.

Achja, das Intro…Babygeplärr mit -Tarantino-Westerngedoome…Jungs,ihr habt doch echt einen an der Waffel…aber gut. Danach startet es recht gefällig mit „Funny What You Pray“. Ein zackiger Rockabilly-Track mit Verballhornung religiöser Ansätze ? Geht klar, mehr davon. Punk und Psychobilly vermischen sich wohl in „It Makes No Difference“, wobei es hier auch erzählende, ruhige Momente gibt. Ich muss zugeben , auch das hat was. Es ist dieser „Stop and Shout“- Charakter, der es bissel abgehackt klingen lässt. Wer einen Ohrwurm des bösen Sorte sucht: „666 13“ hat das Zeug dazu, der Refrain ist das, was man wohl „Catchy as F…“ nennen darf. Dabei ist der Song ansich völlig simpel und banal. Manchmal ist weniger auch schlicht und ergreifend mehr, und das sitzt hier. Ein kleiner Sprung zu Track 8 und man bekommt eine waschechte Wester-Rock-Polka geboten. Unerwartet gesellschaftskritisch gehts dann plötzlich bei „Too late“ ab, zumindestens textlich. Vom Sound her betrachtet, könnte  dieser Song auch den Schweinen in der Scheune gewidmet sein oder den Kühen für „glücklichere Milch“ oder so . Vielen Dank für soviel kreative Ambivalenz !

Wie sagte Ash in Alien 1 noch , als er (oder besser sein Kopf) auf dem Tisch vor Ripley lag ? „Ich bewundere seine konzeptionelle Reinheit.“…bei dem PONY müsste man wohl eher sagen:“ Ich bewundere seine konzeptionelle Freiheit.“ Denn hier wird einfach drauflosgeschossen und gemixt was Rockybilly, C-Punk und Rock`n Roll nur so hergiebt. Und das größtenteil sehr unterhaltsam und verdaulicher , als man erstmal vermutet. Klar, es spricht schon eine gewisse Zielgruppe an, kann darüber hinaus aber auch jeden halbwegs geöffneten Punk-Rocker für sich gewinnen.

Tja, schöne 34 min waren es mit dir, my little „Black Pony“ ! Okay, das klingt jetzt vielleicht doch etwas komisch. Aber trifft auch irgendwo den Zeitgeist der Scheibe. Schön schräg, selten kitschig,  sehr oft punkrockig, immer wieder unterhaltsam und durchweg ANARCHO…manchmal Schritt, dann mal Trapp oder auch Galopp.

Ich mag´s und freue mich schon auf den nächsten Ausritt auf…äh…OLGA.

Sam

Trackliste:

01.Black Album Intro
02.Funny What You Pray
03.It Makes No Difference
04.666 13
05.Awesome
06.Girl Taller Than Me
07.Waiting For The Kick
08.Totalitarian Polka
09.Too Late
10.Luxury Girl
11.Same Sex
12.When I Die

Spielzeit:

34 min

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