Albumcheck | Ordinary Madness Excess von LIFE CRIME

Ein bisschen Grind muss sein…seit 2010 holzen und boltzen sich die Grazer Lärmbuam von einem Live-Inferno zum nächsten und gaben sogar schon mal einen mit den mächtigen NAPALM DEATH zum Besten. Was liegt da näher als die gesammelten Wuttiraden endlich auf Polycarbonat zu verewigen ?  

Und Wut ist hier wirklich mehr als nur ein bissle omnipräsent. Das merkt man bereits an der CD-Struktur, denn hier verteilen sich allen Ernstes 24 Minuten auf sage und schreibe 14 Songs. Das kann man sich denken, dass nicht viel Platz für filigranes oder gar progressives Flair bleibt. Das soll es auch nicht, denn die Message ist kurz und knapp: WORLD DOWN und DU sitzt in der ersten Reihe !

Dafür sorgt bereits „White Light Blue Light“ mit seinen abgerotzen Textpassagen, welche mit ihrer monotonen Manie schon fast als eine Drohung an die gesamte Menschheit augefasst werden könnten. Auch in „Human Contact“ werden keine Blumen gepflückt: Ein Blastbeat-Orkan als kleine Begrüßung und dazu diese am Rande des Wahnsinns angesiedelten Vocals…da wird man selbst als Fan härterer Töne schonmal ziemlich überrollt. Der dritte Song wird auch gut als fiese Hardcore/Punk-Attacke durchgehen, wie man sie schon vonvon den Crust-Punkern DRILLER KILLER serviert bekommen hat. Mein Favorit auf der Scheibe ist „Blockhead“, der schön hardcorig aus den Boxen trümmert und sogar dem Thrash ein wenig Bühne überlässt. Geht gut, knallt gut.

Insgesamt vermischen die Österreicher hier eine Menge aus dem klassischen Grindcore mit Noise/Crust-Elementen aus dem Punk-Bereich. Das eignet sich super als Katalysator und zum primitivsten Frustabbau … setzt aber auf der anderen Seite keine Maßstäbe. Natürlich werden hier die Instrumente beherrscht und ja: Da blitzt auch immer wiedermal ein Funken Authenzität durch. Trotzdem zündet das Chaos nicht bei jedem Song… hier gibt`s dann schon einiges an Füllmaterial. Vielleich sieht das bei der Live-Action schon wieder anders aus. Studioaufnahme und Auftritte sind eben 2 Paar Schuhe. Die brachiale  Monotonie in Puncto Songwriting kann man hier sicher nicht als Kritikpunkt anführen, denn das ist eben ein Teil des Konzepts. Es lockert sich auch gegen Ende ein wenig auf und wirkt fast schon wie ein Verschnaufpause nach dem Sturm.

Insgesamt hat die Band hier eine gute Scheibe für ungemütliche Stunden und die alltägliche Katharsis abgeliefert. Voerst nicht mehr, aber sicher auch keinen Deut weniger…

Sam

Trackliste:

1. White Light Blue Light
2. Human Contact
3. Trouble Sticks
4. Worship Machine
5. Drone
6. Interzone
7. Blockhead
8. Not In The Now
9. Burnout Nostalgia
10. Object 81
11. Underachiever
12. Manifesto
13. Runtime Failure
14. Black Room

Spielzeit:

24 min

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.