Albumcheck | Japanische Kampfhörspiele: Welt ohne Werbung

Sie sind zurück. Gerade mal drei Jahre haben sie die Auflösung durchgehalten. Dazwischen lag ein erfreuliches Soloalbum von Christoph Kather und Markus Hoff. Nun jedoch sind sie zurück!

Ja, sie sind grässlich. Finden Eure Eltern. Und Vater Staat auch  (Das schon etwas betagtere Album Brandsatzliebe wurde im vergangenen Jahr amtlich indiziert!). Japanische Kampfhörspiele sind und bleiben kein Kuschelrock. Brutal hämmert der Beat auf den Grind (tolles Wortspiel, höhö). Unbequeme Texte. Zynismus. Kratzende Stimme. Gitarren wie Aufschnittmaschinen.

Das aktuelle Album Welt ohne Werbung ist mal wieder vollgepackt mit zwanzig teilweise provokanten Titeln (nicht nur „Der neue Hitler“!), die den geneigten Zuhörer eine Stunde lang beschäftigen. Wenngleich Grind, Core, Dreathgrind und sowas schnell Gefahr läuft, eintönig zu werden, schaffen JaKa geradezu ungewohnte musikalische Abwechslung- insbesondere Titel wie „Gedopte Sklaven“ fallen sehr aus dem Rahmen und geben dem Ohr zwar keine Möglichkeit, sich wirklich zu erholen, aber eine Art kühle Dusche. Da pennt man nicht ein.

Auch deshalb nicht, weil sich manchmal der Fluchtreflex rührt, wenn das Gefühl aufkommt, da komme gerade Leatherface mit seiner Kettensäge angerannt. Keine Angst, liebe Kinder, es sind nur Musikinstrumente!

Fazit: Japanische Kamphörspiele waren noch nie etwas für Lullyboys, Warmduscher und dergleichen. Harte Buben, harte Mädels: Ihr wollt eine Welt ohne Werbung haben!

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