Albumcheck | Fundetta: Mein Talent ist Leben

Detta Herm und Suse hatten sich wieder in einem vermutlich dunklen Tonstudio irgendwo im wilden Osten der Republik (wer denkt da nicht an „Hostel“?) vergraben.  Über die Dekoration dieses Studios spekuliere ich seit dem Vorgängeralbum „Diktator der Lust„….

Das aus der Umgegend von Berlin stammende Duo Fundetta hat ein Problem: Sie sind düster. Und sie sind lustig. Letzteres kommt nach meinen Forschungen in der  Szene offenbar überwiegend weniger gut an. Sehr zu Unrecht. Denn die beiden schrägen Vögel haben es drauf. Und sind ausgesprochen liebenswert im Umgang. Und  nicht erst seit gestern in der Musikbranche zugange!

Das neue Album „Mein Talent ist Leben“, welches am 6. Juni erscheinen wird, bleibt makaber mit melancholischen Einlagen. Nur verzichten die beiden auf die kleinen und großen Schweinereien des Vorgängeralbums – schließlich sollte ein erfolgreiches Konzept nicht zur Manier werden. Vielmehr entführt es auf klangliche Friedhöfe, die sich seltsamerweise in den Kellern alter, halbverfallener Landhäuser befinden. Man wähnt sich in einem lachbegasten Alptraum mit unwirklicher Atmosphäre, zwischen lebensgroßen Ballerina-Spieluhren (Track „Mein Talent ist Leben“!), verstaubten, hässlich grinsenden Kasperlepuppen und Türen, die besser nicht geöffnet werden sollten. Und lacht sich darüber kaputt.

Das Schlussstück „Helden“, ein deutschsprachiges Cover von Bran Eno und David Bowie, fällt ein wenig aus dem Rahmen, aber das macht nichts.

Ich erteile Kaufbefehl!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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