Albumcheck | Lost in Life von Backtrack

Aus New York kommt ja nicht erst seit gestern ursprünglicher, gern punkiger Hardcore. Die schöne Tradition der „Alten Schule“ wird auch regelmässig brav von „Frischlingen“ weitergeführt, die sich mit der Szene und (hoffentlich!!!) auch jederzeit mit der Musik identifizieren. Denn wo Comeback Kid, H20 und Trapped Under Ice bereits ihre Marken hinterlassen haben, ist die Erwartungshaltung eben keine geringe. Schauen wir uns also das aktuelle Backtrack-Scheibchen doch mal genauer an…

Ganz verloren auf weiter Flur wurden sie allerdings nicht stehen gelassen. Nick Jett, seines Zeichens Terror-Trommler, griff hier produktionstechnisch ein und Bandkollege Jordan (Gitarre) gab Schützenhilfe beim Songwriting und Gesang.

Merkt man dem Soundgewand allerdings nicht wirklich an, dass „Halb Terror“ mitgefahren sind. Der erste Track „Lost in Life“ lässt sofort erkennen, wie gleichberechtigt Punk, Metal und Hardcore zelebriert werden. Sämtliche Genre-Grenzen verschwimmen hier gerne (Sehr gut!) und im Grunde variert die Gewichtung „nur“ von Song zu Song. „Nailed To The Tracks“ zb. bietet anfangs Metalriffs pur und fährt erst etwas später die Hardcore-Schiene mit klasse Gang Shouts. Diese werden insgesamt gehäuft eingesetzt, das passt aber auch meistens. Echte Moshparts sind eher rar gestreut, was aber nicht schlimm ist. Passt konzeptionell auch eher zu anderen Combos, gut abgehen werden die „Backtracker“ live trotzdem allemal.

Ordentlich Power ist auf jeden Fall dahinter und das Songwriting bietet genug Abwechslung, lässt aber totale Experimente aus. Ob das gut oder schlecht ist ? Das ist wohl sehr subjektiv, ich für meinen Teil mag diese straighte Machart. Man kommt eben auf den Punkt und verschwendet keine Zeit in der knappen 1/2 Stunde. Sänger James macht seinen Job als Shouter wirklich ordentlich und energetisch genug, was den Mangel an Varianz mehr als ausgleicht. Gut gefällt mir auch die Gitarrenarbeit, welche immer wieder schnieke Soli und netten Fills hervorzaubert . Die Produktion ist natürlich sauber, weniger hätte man von Nick Jett an der Stelle wohl kaum erwartet.

Insgesamt hat sich die „Förderarbeit“ hier sehr gelohnt, denn verstecken brauchen sich die ambitionierten Jungs hinter den großen Vorbildern nicht wirklich. Wer H20 und Comeback Kid abfeiert oder auch einfach nur gerne eingängigen Punk/Hardcore aus guter Tradition mag, sollte sich den Silberling unbedingt mal geben.

Sam

Trackliste:

01. Their Rules
02. Was Away
03. Lost In Life
04. Under Your Spell
05. Nailed To The Tracks
06. Tortured
07. Rot In Your Race
08. Right This Wrong
09. Play Safe
10. Still Searching
11. Guilty Conscience
12. The Way It Is

Spielzeit:

30 min

 

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