Albumcheck | Life Of Dreams von Crumbsuckers

Was muss man groß zu Crumbsuckers sagen ? Als echtes Hardcore-Urgestein haben sie die Anfänge der NYHC-Szene und den unverfälschten Sound der 80er mitgeprägt. Gründe genug, das 30j. Bandjubiläum mit einer SPECIAL EDITION des Klassiker „Life Of Dream“ entsprechend zu würdigen… 

Dieser Re-Release ist gerade mal auf 999 (!!!) Stücke limitiert und somit ein Kandidat für das Regal „Raritäten der Oldschool Hardcore-Ära“. Da es hier wenig Sinn macht jeden Song Stück für Stück auseinanderzunehmen, gibt`s diesmal ein wenig Futter zur Geschichte der ehemaligen Combo.

Gary Meskil gründete die Band 1982 im Umfeld von Minor Threat und Bad Brains als pure Coverband. Anscheinend hat man dann von Auftritt zu Auftritt immer mehr Blut geleckt und seine Eigenkreativität gefunden. 1984 kamen sie dann mit einem ersten und aussagekräften Demo an die Sonne. Das Alt-Label Combat Records (u.a. Megadeth, Agnostic Front, Exodus unter Vertrag) fand daran soviel Gefallen, dass man 1986 eine Debutaufnahme mit alten und neuen Songs plante: „Life of Dreams“ sollte der Erstling heissen und ebnete den Jungs jenen Weg, welchen auch Legenden wie Suicidial Tendencies, D.R.I und Agnostic Front damals beschritten…wenngleich nicht so prominent und erfolgreich. Ein zweites Album mit noch mehr Thrash Metal-Einflüssen und progressiven Elementen folgte dann 1988 mit „Beast On My Back“, welches ihnen eine Nominierung für den damaligen NY Music Award „Best Hardcore Rockband of the Year“ einbrachte. Nach zahlreichen Besetzungswechseln und „musikalischen Differenzen“ war es dann 1989 vorerst over and out…naja, nicht ganz, Heavy Rain war ein Half-Member-Morph mit völlig anderem Sound, mehr rockig und massentauglich. An der Stelle sollte man dann auch einen Strich ziehen und lediglich anmerken, dass das ehemalige Gründungsmitglied Meskil heute der (Glatz-)Kopf hinter der Aggro-Kapelle PRO-PAIN ist.

Was „Life of Dreams“ so unbeschreiblich gut machte, war in erster Linie der wilde und dabei glaubhafte Punk-Charme. Man bretterte mal chaotisch, mal überschaubar los und groovte nicht selten auch gerne in Suicidal Tendencies – Manier vor sich hin. Klassische Gang-Shouts und Metalriffs machten die sehr kurzen gehaltenen Songs noch intensiver. Schön auch, dass hier nicht maßlos überproduziert wurde…ganz im Gegenteil: Endlich hört es sich so knallig und heavy an , wie es wohl damals auch live rübergekommen sein muss…ohne dabei aber völlig clean zu klingen. Optimal !

Anspieltipps ? No Way…das ganze Album ist ein einziger Anspieltipp. Knapp 30 Minuten wird hier eine HC-Perle nach der anderen abgefeuert, es tobt der Punk und Mr. Metal mosht sich die letzten Haare vom Kopp. Man schmeckt förmlich die Atmosphäre von damals und lässt sämtliche Schubladen, die es jemals im Bereich HC/METAL/PUNK/CROSSOVER/GROOVE gab, fest verschlossen. Kurz: Minimalistische Perfektion, aber keineswegs minimal. Und dafür kann und werde ich nicht weniger als die volle Punktzahl zücken.

Viel Spass mit diesem urigen Meilenstein !

Sam

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Trackliste:

01. Sit There
02. Trapped
03. Interlude
04. Super Tuesday
05. Shits Creek
06. Return To The Womb
07. Longest War
08. Shot Down
09. Prelude
10. Life Of Dreams
11. Brainwashed
12. Faces Of Death
13. Hubrun
14. Bullshit Society
15  Live To Work
16. Moment Of Silence / Mr Hyde

Spielzeit:

34 min

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