Albumcheck | Violent Epiphany von Icepick

Kleines „Hardcore Classic“-Review gefällig ? Nun, so überklassisch war „Violent Epiphany“ zwar dann doch nicht, bot aber einen nahezu perfekten Mix aus  oldschooligen Komponenten und dezent neueren Einflüssen, abgeschmeckt mit einer ordentlichen Portion „WUMMS!“ und Spielfreude. Genug Gründe, den Silberling nochmal in Erinnerung zu rufen… 

Jamey Jasta ist ja sowas wie der „Hans Dampf in allen Gassen“ der Ami-Hardcore Szene. Primär als Schreihals bei Hatebreed unterwegs, tritt er immer wieder mal als Gastsänger auf den Plan und führt selbstverständlich auch sein eigenes Label. Icepick ist sowas wie ein HC-Senior-Projekt, bei welchem Jamey plus Freunde mit Rang und Namen (u.a. Lord Ezec & Ice-T!) ordentlich ihren Senf  dazugeben durften. „Viele Köche verderben den Brei“, pflegte Oma zu sagen. Wie schaut`s hier aus ?

Erster Song und gleich die volle Breitseite mit allem, was Hardcore in der Summe ausmacht: Die richtige Mischung aus Härte, Melodik und urtümlichen Thrash/Metal. Etwas zügiger beginnt die Nummer „Bitter Twisted Memory“, welche schon deutlich die Hatebreed-Hausmarke ins Spiel bringt, aber eben nicht völlig in einem Rip-Off ausartet. Wer Hardcore und Metal immer schon auf einer Augenhöhe sah (wie meine Wenigkeit), wird spätestens bei „Tomorow Is Not a Promise“ vollbedient. Schönste Oldschool-Atmosphäre, Agnostic Front, Madball…okay, nochmal repeat ,das ist einfach zu gut, hier fühl ich mich bestens abgeholt! Nicht unerwähnt bleiben sollte „Real Recognizes Real“ mit seinem ultimativen Gastaufgebot (eben Ice-T, Roger Miret von Agnostic Front, Paul Bearer von Sheer Terror, Freddy von Madball…). Das Schöne ist, dass hier nicht auf „Deibel komm raus“ irgendwelche Füllsongs eingebastelt wurden. Alles sitzt genau da , wo`s hingehört. Die Songs sind schön kompakt, nicht unnötig in die Länge gezogen, dafür umso dichter.

Dass die Scheibe kein Lehrlingsstück ist, wird man schon an dem Aufgebot an Musikern leicht erkennen. Selbstverständlich ist dabei aber längst nicht, dass ein Output mit so vielen Köchen auch wirklich zündet. Und hier stimmte wohl das Rezept, denn “ Violent Epiphany“ ist ein absoluter Meilenstein seiner Klasse. Es klingt bewusst“alt“, aber nicht verstaubt und unterproduziert. Es klingt straight und kompromisslos, aber nicht festgefahren und unmotiviert. Es ist ein Tribut, eine Art Ehrdarbietung an eine Musikrichtung, welche ihre thrashig-metallischen und auch punkigen Ursprünge nicht verleugnet. Klar gibt`s hier ne Menge Phrasen und Klischees, aber am Ende zählt die Musik.

Kurz: Pflichtprogramm mit einer Menge Herzblut, Härte und musikalischer Dichte. Schade ,dass hier nicht mehr kam…lag aber wohl in der Natur der Sache.

Sam

Trackliste:

01. Devotion measures strength
02. Bitter twisted memory
03. Tomorrow is not a promise
04. Violent epiphany
05. Creations of chaos
06. With one ideal
07. Show of force
08. This can never be undone
09. Nothing without loyalty
10. Real recognizes real
11. Onward to victory
12. Born to crush you

Spieldauer:

33 Minuten

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