Albumcheck | Self Revival von High Hopes

Ein feines Metalcore-Debut schossen die Briten damals mit „High Hopes“ ab. Groovig und krachig ging`s in schönster Parkway Drive-Tradition zur Sache. Der erste, „echte“ Longplayer weckte entsprechend hohe Erwartungen. Können diese Ansprüche erfüllt werden ? Denn spielt`s mal uff…

Der erste Song weist bereits die Hauptrichtung: Es geht technisch und strukturiert zu, das ist kein wüster und planloser Whatever-Core. Schöne Tempiwechsel und ein starker Gesang bilden hier eine ideale Grundlage, Chorus inklusive. Wer Modern Life is War mag, wird diesen Song lieben.

„Seeking Truth“ ist kurz, knackig und sehr …Parkway Drive ? Normalerweise ist man von denen längere Songs gewohnt, aber dieser Track könnte auch von den australischen Metalcore-Charismaten sein. „Renew/Reform“ gibt sich sehr moshig und mixt das eine oder andere Beatdown-Element rein. Die Mischung gelingt so gut , dass ich hier sage: Das ist einer meiner Favoriten, der von dem starken Gesang sehr profitiert. Mit „Days Fade To Grey“ schliesst das Album dann eher melancholisch und im Endpart fast schon ruhig ab…für mich ein gelungener Ausklang.

Die Jungs von High Hopes orientieren sich eher an klassischen Metalcore-Elementen abzüglich durchgehendem Clean-Gesang + verzerrte Gesangspassagen. Das finde ich an der Stelle mal echt angenehm. Denn so toll z.B. Killswitch Engage die hohe Kunst des Clean/Melo-Gesangs hinbekommen, so unerträglich klingt es bei vielen anderen. Geht zwar ein wenig auf Kosten der vokalen Vielfalt, aber stört hier nicht großartig. Starkes Merkmal sind die Gitarren, welche das ganze Spektrum von sehr guten Leads bis hin zu fröhlichen Schreddern abdecken. Man bewegt sich im melodischen Mittelfeld, der Fokus liegt klar auf eine gute Mischung aus Härte und Eingängigkeit. Eine gelungene Produktion rundet den positiven Eindruck ab, lediglich der Bass brummt manchmal eine Ecke zu „saftig“.

Ich bring`s mal auf den Punkt: „Self revival“ ist ein starkes Album, kämpft aber manchmal ein wenig mit dem Malus einer eigenen Note. Man könnte jetzt  endlose Texte verfassen, wie prominent die Einflüsse der Giganten Parkway Drive, Killswitch Engage und Poison The Well rauszuhören sind. Aber wozu  letztendlich ? Wenn massig Spielfreude , gefälliges Songwriting und technisch hohes Niveau die Szenerie beherrschen, muss eine Band das Rad nicht unbedingt neu erfinden.

Empfehlenswert für Freunde des „ursprünglichen Metalkerns“, bin mal auf den nächsten Output gespannt.

Sam

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Trackliste:

01. Seize The Chance
02. Inner Demons
03. Renew/Reform
04. 1953
05. Strength To Strength
06. Echoed Steps
07. Young At Heart
08. The Balance
09. Seeking Truth
10. Endurance
11. Days Fade To Grey

Spieldauer:

38 min

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