Albumcheck | Knuckle Duster von Asomvel

Nach 20 Jahren Bandgeschichte lediglich zwei Alben unter die Leute zu bringen, mutet auf dem ersten Blick verdammt mager an. Doch bevor man Asomvel dem Beamtentum des Heavy Rocks zuordnet: Sie waren dafür live umso aktiver und sahen sich wohl auch eher als die typische „Auftrittsband“ denn als Studiocombo. Der Erstling konnte mit seinem schnörkelosen Dirty-Charme gerade die Motörheads dieser Welt begeistern. Mal schauen, was die Rocker von der Insel hier so zaubern…

Mit dem Einstieg „Dead Set On Livin`“ wird auch gleich die Tradition des Vorgängers weitergeführt. Das Schlagzeug wummert schön, der Bass b(p)asst aber sowas von und das Tempo ist angenehm treibend. Die Struktur des Songs ist einfach gehalten, melodisch und mit einer Prise Turbonegro (vorallem Gitarrenarbeit) abgeschmeckt. Kann man sich gut geben.

„Cash Whore“ setzt in Punkto Geschwindigkeit noch einen drauf und klingt nun tatsächlich wie Motörnegro. Ist zugleich auch einer der coolsten Songs auf der Scheibe. „T(h)rash Talker“ bringt sogar kleinere Thrash Metal-Elemente rein , zwar eher dezent, aber hörbar. Dass es auch noch dröhniger, dafür aber umso schleppender geht, beweist dann „Waster“. Hier klingt einfach alles einfach nur nach Ausnüchterung und Katerbewältigung nach einer fetten Kneipentour. Nicht originell, aber wunderbar dreckig und britisch.

Nachdem ich die Band nun x-mal genannt habe, lässt sich der Stil wohl kaum besser als beschreiben als einfach nur mit …. na ? MOTÖRHEAD. Das Dilemma ist hier einfach, dass sie nunmal sehr stark nach den Altmeistern Kilmister und Co. klingen und man sich natürlich erstmal fragt, wofür man einen Motörhead-Rippoff braucht. Auf der anderen Seite gibt`s wohl keine Band, die das noch so authentisch und auch gut hinbekommt wie Asomvel. Gesanglich liegt man hier schon ein kleines Stück weit weg von Lemmys verrauchtem Rotzorgan, aber passend klingt`s allemal. Wenn es darum geht, der Band ihr „Human Trash“-Feeling abzukaufen, dann wurde hier alles richtig gemacht und auch gut vertont. Dass hier alles irgendwie bissel gleich und repetitiv klingt, ist wohl eher dem Genre geschuldet.

Fazit: Hier wird kein Preis für Originalität vergeben, aber auch sicher nicht gesucht. „Knuckle Duster“ ist sowas wie der Tritt in den Hintern, der einen nach einer Kneipenschlägerei auf die Straße befördert. Schöne Dirt`n Heavy Songs mit Melodie und guter Gitarrenarbeit. Wer`s nicht filigran braucht und die Band mit dem großem M eh gefressen hat, wird herzhaft schmuddelig bedient.

Sam

Trackliste:

01. Dead Set On Livin
02. Cash Whore
03. Sheep In Wolf’s Clothing
04. Trash Talker
05. Waster
06. Shoot Ya Down
07. Wrecking Ball
08. Knuckle Duster
09. Final Hour
10. Stranglehold
11. Hangman’s Rope

Spieldauer:

40 min

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