Albumcheck | Remembrance von Emergency Gate

Seit 1995 lärmen sich die Buam um Emergency Gate durch die Metalgefilde. Angefangen hat man mit Power Metal und dann den Drift zu modernen Stilrichtungen vollzogen. Letzendlich konnte man sich dann auf Melodic Deathmetal einigen und brachte zwischen 2009 und 2011 zwei Alben eher durchschnittlicher Qualität raus.  Die vorliegende EP ist nicht der aktuelle Longplayer, sondern eine Neuveröffentlichung alter Songs plus Cover…aber dazu später mehr.

Fängt auch gar nicht so verkehrt an…erinnert mich, abgesehen vom Gesang, ein wenig an Sonic Syndicate. Nur der Refrain klingt etwas schwach auf der Brust. Ansonsten hört es sich nach einem abwechslunsgreichem Metalcore / Deathmetal Mix an.

Was dann folgt, geht schon eher in Richtung Power Metal. Vorallem die Riffs fallen da auf, aber das Klischee dieser Musikrichtung ebenso. Es geht klar, aber gerade mal eben. Mit Song Nummero Drei werde ich dann gar nicht warm…was ist das bitte ? Gothic-Nu-Power-Balladen-Death-Metal ? Ich bin eigentlich frei von sämtlichen Genreschubladen, aber das hier schießt wirklich den Vogel ab und es passt kaum was zusammen. Vorallem diese Bimmel-Synthies animieren zum fröhlichen weghören. „Lipstick“ ist so nichtssagend, dass man weder was wirklich negatives noch positives sagen kann. Es klingt wie x mal gehört, gefällig und halbwegs melodisch.

Leider zieht sich diese Belanglosigkeit in Sachen Songwriting und der sprichwörtliche „Übermix“ an Genres wie ein roter Faden durch das Album. Es wird drauflosgeschustert und versucht , sowas wie eine möglichst flächendeckende Soundkulisse anzustreben. Okay, flächendeckend hört es sich auch an. Was hat Oma uns früher immer gesagt ? „Viele Köche verderben den Brei“…in diesem Fall zuviele Einflüsse, die zur Inkonsistenz der Scheibe beitragen. Wie sieht`s mit dem Gesang aus ? Auch hier wird alles abgedeckt, von clean über metalcorig bis deathig. Und auch hier gibt es kaum Wiedererkennungswert, dafür aber recht dünnen „Klargesang“. Nachdem ich jetzt nur gemeckert habe, kommt auch mal was positives: Die Gitarrenarbeit ist ordentlich und das eine oder andere nette Soló wird schon aufgefahren. Die Keys wiederum passen manchmal so sehr zum Rest der Songs wie ein KISS-Auftritt zu einer Kaffeefahrt nach Andalusien. Dezent ist anders…

Zum 90er-Covertrack von Haddaways „What is Love“ gibts nur festzustellen, dass er schrecklich genug klingt, um bei jeder „Bad Taste-Party“  der totale Knüller zu sein. Zumindestens hat der Europop-Barde hier mitgesungen, nachdem man ihn vorher zufällig am Flughafen getroffen hat und er einer Zusammenarbeit zusagte…na dann!

Fazit: Wenn für irgendetwas die Schulnote 4 erfunden wurde, dann für diesen Silberling. Es ist alles grad mal okay und ja: Der Schüler bleibt nicht sitzen, aber es ist noch MASSIG Luft nach oben. Größte Baustelle ist das einfallslose Songwriting, direkt danach kommen die gräßlichen Keys. Nichts für mich in dieser Form.

Sam

Playlist:

1.Flawless Victory
2.Searching For An Angel
3.Silent Death
4.Lipstick
5.Forest Of The Lost
6.Closing My Eyes
7.What Is Love (Feat. Haddaway)
8.Dark Side Of The Sun (Live)
9.Gold & Glass (Live)

Spieldauer:

40 min

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