Albumcheck | Nihil von Manheim

Kroatien hat schon eine ziemlich „lebendige“ Metal Szene, allerdings eher wenig Hörstoff für den Fan des gepflegten Oldschool-Black Metals im Gepäck. Manheim füllen diese Nische, man orientiert sich hier an Mayhem, Darkthrone und  Satyricon: Straight und minimal nach vorne, mal schleppend mal blastig. Also zurück in „alte Zeiten“ und angespielt…

Schleppend startet das Werk mit „U Pocetku Bijase Kaos“und prescht dann etwas nach vorne. Hat ein bisschen was von den Melo-Deathern Alastis in ihren schleppenden Songs gemischt mit …ja…eben Mayhem. Klingt naturgemäß eine wenig nach Untergangsstimmung und genau das wird hier auch beschrieben.

Völlig anders startet Song Nummero Zwei, hier wird in schönster Darkthrone-Manier losgebrettert und mit  ein bissel Black`n Roll Groove vermischt. „Hitting the wall“ ist Depression pur, schleppend und fast schon doomig und dann wieder nach vorne preschend. Vermutlich eine der abwechslungsreichen Songs auf der Scheibe. Mein Favorit auf dem Album ist „Kreatura“, der star an alte Satyricon erinnert, man fühlt sich in „Nemesis Divina“-Zeiten versetzt: Kurz, roh und explosiv aber stets nachvollziehbar. Ab der zweiten Hälfte mischensich auch dezente Keys ein. Das wiederum ist natürlich Geschmacksache, „normalerweise“ haben Synth nix in Altzeit-Black zu suchen. Hier stört es wenig, da sehr im Hintergrund gehalten und durchaus passend umgesetzt.

Wie schon angedeutet, wird hier nicht viel rumgeprogt oder gefrickelt. Allerdings wird auch kein wüstes Geballer ohne roten Faden fabriziert. Die Grundstimmung ist düster und genau das kommt auch gut rüber. Mit knapp 33 Minuten Spielzeit wird`s umfangmässig nicht übertrieben, allerdings passt dies wiederum zum schnörkellosen Charakter der Platte. Der Gesang ist vornehmlich krächzend gehalten,  ausdruckstark und  meist gut verständlich, solange man englisch und kroatisch versteht. Teilweise erfolgen die Lyrics in der Muttersprache. Gitarrenarbeit ist ganz auf oldschool gebürstet, trotzdem klingen sie nicht, als würde man ein Duplo-Kasettenrekorder in einer Mülltonne aus 10m Entfernung hören. Hier passt das Kalkül für urtümlichen Sound mit moderner Abmischung, was der Atmosphäre sicherlich gut tut (Böses Wort: Überproduktion – hier nicht anwendbar).

Die Band kommt mit ihrem Werk „Nihil“ recht kurzweilig daher. Zielgruppe sind klar die Oldschool-Blacker mit Hang zu den genannten Bands. Da der Sound ansich nur wenig extrem ist und die Strukturen sehr übersichtlich komponiert wurden, dürfte es aber auch die Leute zum antesten verleiten, die sonst eher melodischeren Kram hören. Sie sollten allerdings keine Keyboard-Orgien erwarten und dem BM-Minimalismus die eine oder andere Symphatie einräumen. Man orientiert sich manchmal zu stark an den Vorbildern, was gerade in der ersten Hälfte stark auffällt. Hier muss noch die eigene Duftmarke gesetzt werden. Ansonsten eine gute Scheibe mit Groove und glaubhaftem Charakter.

Sam

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.