Albumcheck | Unloved von Seeker

Wer extremsten Metal mag, sollte jetzt aufmerken. Seeker waren bereits mit White Chapel und Impending Doom auf Tour und haben mit ihrem Debut Album nichts anderes vor, als den Deathcore-Bereich um eine weiteres Zipferl Kreativität zu bereichern. Also, Kopfhörer auf die Glocke und los…

Denn zumuten will ich meinem Nachbarn das hier jetzt nicht. Der erste Song „Alone“ ist ein akustischer Tritt in die Kronjuwelen. Man stelle sich eine Mischung aus Meshugga, alten Fear Factory und Job for a Cowboy vor.

Da liegt dann wohl auch ungefähr die Zielgruppe, welche die Jungs aus Dallas ansprechen wollen. Durchaus anzuerkennen ist die Tatsache, dass beim allem Chaos und Gestampfe auf Abwechslung geachtet wird. Etwas „gewöhnlicher“ und „deathmetaliger“ kommt Nr. 2 daher. Irgendwie erinnern mich hier ein paar Gitarrenläufe an alte Sepultura. Geht aber gut ins Ohr. Der nächste Song ist ein bissel noisy, klingt ziemlich gestört teilweise und metalcorig.

Die Produktion kann sich hören lassen. Der Stil der Band ist eher technisch ausgelegt. Wer Melodik und Eingängigkeit sucht, wird hier nichts ernten. Aber ich nehme an, dass die Hörer stylistisch verbandelter Bands (mal abgesehen von Fear Factory) ihre Prioritäten eh anders setzen. Gesanglich ist erstaunlich viel Varianz für diese Art extremer Musik dabei: Grunts und ausgekreischte Passagen in verschiedenen Tempi heben sich angenehm von den monotonen Vocals anderes Bands ab. Mir war es manchmal etwas zuviel der Dissonanz, was z.b bei „There is Nothing“ sehr prominent herausticht. Ist Geschmacksache. Mit knapp 28 Minuten und 10 Track ist die Scheibe recht kompakt gehalten, was aber auch frei nach dem ungeschriebenen Motto „Kurz und schmerzhaft“ durchaus Sinn macht.

Seeker machen so einiges richtig für den Anfang. Es ist immer schwer, gleich anfangs schon gewisse Marken der Wiedererkennung zu setzen. Dafür gibts einfach zuviele solcher Bands mittlerweile. Der ambivalente Charakter der Scheibe spricht da für sich, man lässt Chaos und Struktur verschmelzen, wagt auch Experimente im gewissen Rahmen. Eine gute Scheibe der derbsten Art, die sich aus verschiedensten Metal-Genres bedient und trotzdem eher Nischencharakter hat.

Sam

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