Albumcheck | Rottendam von RE-ARMED

RE-ARMED gibt`s bereits seit 2001. Man hat sich über diverse Demos dann 2012 zu einem „vollwertigen“ Longplayer gehangelt, der insgesamt okay war, aber auch viel Raum nach oben offen ließ. Ob und wie dieser Raum mittlerweile genutzt werden konnte, werden wir gleich mal prüfen…

Wie darf man sich den Stil der Finnen vorstellen ? Alte „Göteborg Schule“ meets Technical Death meets Modern Thrash. HÄ ? Stellt euch einfach eine Mischung aus alte IN FLAMES, alte DARK TRANQUILLITY und HATESPHERE vor, angereichert mit PANTERA-Grooves …dann habt ihr so in etwa den Sound dieser Band.

Nach einem ruhige Synth/Gitarren-Intro folgt gleich wörtlich ein krächziges „Welcome to Rottendam“ und somit der Titelsong der Scheibe. Netter Stampfer mit Kniefall vor dem Thrash, aber austauschbar. Ähnlich verhält es sich mit „Wracked“ : Man hört solide Wertarbeit und Kurzweil, aber dabei bleibt auch. Ein wenig herausragen kann „Putos Muertos“ mit seinen eingängigen Gitarrenläufen und dem groovigen Refrain. Gefällt mir !   7 Songs plus Intro/Outro bietet der Silberling und ist mit 28 min sehr kompakt.

Soundtechisch gibts nichts zu meckern, die Gitarrenarbeit sitzt und bietet das eine oder andere schöne Technical-Gefrickel bzw. Melodic Solo nach DARK TRANQUILLITY – Machart. Wirkt zwar etwas zusammengeklaubt, wurde aber gut integriert…immerhin ! Gesanglich gibt`s Growls, Growls und nochmals Growls. Achja, und Growls…mal tiefer ,mal höher. Is okay, hab schon bessere Sänger gehört, aber schlechtere auch…also gutes Mittelmaß. Das Songwriting bietet Abwechslung, brauchbare Tempiwechsel und Übergänge. Textlich befasst man sich sozial- und gesellschaftskritisch mit Gier und anderen menschlichen Unzulänglichkeiten.

Und nu ? Konnten sie sich steigern ? Eher bedingt, denn weiterhin sucht man die wirklich hervorstechenden Songs vergeblich. Die Stärke der Scheibe liegt eher in Summe ihrer technischen Routine, Vielseitigkeit und dem soliden Songwriting. Möglicherweise ist es auch eines dieser Alben, die erst nach mehrmaligen Durchläufen so richtig zünden. Insofern sollten nicht allzu festgefahrene Deather ruhig mal ein Ohr riskieren und dem Mix `ne Chance geben.

Sam

 

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