Albumcheck | Prey for Your Gods von Sacrificium

Die Stuttgarter Deathmetaller Sacrificium können mittlerweile auf eine 20jährige Bandgeschichte zurückblicken. Dabei ging man mit seinen Outputs eher dosiert um, lieferte dafür aber ordentliche Scheiben ab und konnte auch live im Package mit Vorzeigedeathern wie Hatesphere, Dismember und Fleshcrawl überzeugen. Nach knapp acht Jahren meldet man sich nun zurück mit einem neuen Silberling und `ner Menge Power unter der Haube.

Dabei habe ich das Gefühl, dass der melodische Aspekt im Vergleich zum Vorgänger zurückgefahren und der Härte etwas mehr Luft zum Atmen eingeräumt wurde. Der erste Song ist aber so oder so der Knüller. Schöner thrashiger und stürmischer Beginn mit schreddernden Vorlauf, einigen Schwarzwurzel-Einsprenseln und einer satten Gitarrenwand.

Hätte ich lange Haare, käme sofort der „Hubschrauber“ zum Einsatz. Es folgt eine eher midtempo-orientierte Nummer und immer wieder ist Kollege Thrash dabei und sorgt für kleine Ausbrüche und schnellere Tempi . Man merkt deutlich, wo die Kapelle ihre Wurzeln hat. Ich fühlte mich nicht nur einmal an At the Gates erinnert und das ist auch gut so. Growls dominieren und werden ab und an von eher keifenden Blackmetal-Shouts abgelöst. Die Spielzeit beträgt knapp 47 min bei 10 Songs…genug Futter ! Mein Favorit ist der letzte Song, der in der Form auch aus der Feder von Peter Tägtgren hätte stammen können,…vielleicht der Song mit der dicksten Portion Melodic Death auf der ganzen Scheibe.

Technisch und in Sachen Songwriting geht`s hier absolut routiniert zu…wer jetzt laut aufschreit: „Oh, das klingt nach Langeweile“, sollte sich folgendes vor Augen halten: Ja, es wird wenig rumexperimentiert, aber NEIN: Sowas ist bei dieser Musikrichtung nicht weiter tragisch. Ich gehöre jedenfalls nicht zu der Fraktion, die talentierten Bands die Treue zu Ihrer Musik zum Vorwurf macht. Wenns danach geht, dürfte man nur eine Handvoll Deathmetal Bands mit starken Wiedererkennungswert wie Hypocrisy oder eben At The Gates hören und alles andere links liegen lassen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Sacrificium schafft es mit einem gutem Mix aus Härte, etwas Melodik und einer gehörigen Portion Thrashriffs zu überzeugen. Neu erfunden wird hier gar nix und das muss auch nicht sein. Denn dann warten schon die ganzen Rumnöler an der nächsten Ecke und schreien „Kommerz“…und das will auch keiner. Sam sagt: Daumen hoch und zugegriffen !

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