Albumcheck | „Moondance (Deluxe Edition)“ von Van Morrison

Der nordirische Musiker Van Morrison sollte wohl jedem da draußen ein Begriff sein – wer ihn bisher dennoch aus welchem Grund auch immer versäumt hat, oder einfach zu jung ist um ihn zu kennen, dem bietet die Neuauflage seines legendären 1970er Albums „Moondance“ nun die Gelegenheit, dies nachzuholen.

Musikalisch ist das Album vor allem durch Rhythm & Blues, Folk und Jazz geprägt, und feiert inhaltlich quasi das einfache Leben und das unschuldige Aufwachsen auf dem Land, was mit Sicherheit noch heute viele Leser nachempfinden können. Zwar konnte es seinerzeit nur einen moderaten Charterfolg verbuchen (USA: Platz 29; UK: Platz 32),  aber seine Bedeutung ist bei Kritikern und Musikkennern nahezu unumstritten. Das Album wird immer wieder in diversen Listen der besten Platten aller Zeiten geführt, so wie es etwa 2003 Rang 65 der „500 Greatest Albums of All Time“ des Rolling Stone belegte, und gilt vielen bis heute gemeinhin als Meilenstein.

Und ob nun das folkig-popige und nostalgische „And It Stoned Me“, der jazzig verspielte Titelsong „Moondance“, die zärtliche Blue-Eyed-Soul-Ballade „Crazy Love“, das nachdenkliche und von R&B und Folk geküsste „Into The Mystic“, der wunderbare und nahezu feierliche R&B-Song „Caravan“ (von dem der britische Schriftsteller Nick Hornby [„High Fidelity“, „About a Boy“] schrieb, er solle auf seiner Beerdigung gespielt werden), das leichtfüßig tänzelnde „Come Running“, das stark von Clavinet und Flöten geprägte „Everyone“, oder das fast schon als groovig zu bezeichnende „Glad Things“, das manch einem vielleicht auch durch seinen Einsatz  in der Serie „Die Sopranos“ bekannt sein könnte: die Stücke die es beinhaltet sind in seiner Mehrheit als Klassiker zu bezeichnen.

Dem wird auf diesem neuen Release nun mit entsprechender Konsequenz Rechnung getragen, indem es von dem Label Waner Bros. Records soundtechnisch aufpoliert und mit Zusatzmaterial versehen neu aufgelegt wurde. Das gibt es in einer umfangreichen 5-Disc-Box, welche unveröffentlichtes Material aus den Album-Sessions auf 4 CDs, plus einer Audio-Blu-Ray-Disc beinhaltet. Oder (wie im hier vorliegenden Fall) auf eine Doppel-CD reduziert, die aber schon durchweg lohnenswert ist, und Sessions, alternative Versionen und Outtakes aus den Albumaufnahmen beinhaltet, die allesamt bislang unveröffentlicht waren.

Und ob nun mit oder ohne Bonusmaterial: „Moondance“ war, ist und bleibt ein hervorragendes Album, das zwar sicherlich nicht jedermanns heutigen Musikgeschmack treffen wird, aber das es Wert ist entdeckt und erforscht zu werden. Ein Klassiker, der in ganz neuem Glanz erstrahlt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.