Klassikcheck | Pergolesi: Stabat mater (Philippe Jaroussky, Julia Lezhneva)

Giovanni Battista Pergolesi hinterließ trotz seines frühen Todes durch Tuberkulose mit erst 26 Jahren ein recht umfassendes Werk, und sein -postum- größter Erfolg war auch sein letztes Werk, das Stabat Mater, also die Klage der  Maria um ihren Sohn Jesus, welches bis heute unzählbar oft vertont wurde.

Die hier vorliegende Einspielung, die ab dem 1. November 2013 erhältlich sein wird, mit I Barocchisti und dem Coro Radiotelevisionista Svizzera unter Diego Fasolis und mit Julia Lezhneva im Sopran sowie Philippe Jaroussky (einem hier bereits aufgefallenen Countertenor) bringt die schicksalhafte Vertonung des auf dem 12. oder 13. Jahrhundert stammenden lateinischen Gedichtes (sowie des ebenfalls enthaltenen Laudate pueri Dominum und des Confitebo tibi, Domine) mit der notwendigen Andacht und deutlich hörbarem Respekt zur Geltung.

Die Stimmen umspielen sich vorsichtig und spinnen einen hörbaren Faden der Trauer quer über das sorgsam dirigierte Orchester, welches den Noten keine Gewalt antut, sondern sie als perfekten Grund webt, auf den Lezhneva und Jaroussky ihre Stimmen betten. Dabei klingt das ganze so leicht und mühelos. Und so echt, als stünden sie tatsächlich selbst unten am Kreuz.

Man sagt, selbst Rossini und Dvořak hätten Hemmungen gehabt, ein eigenes Stabat Mater zu schreiben. Aus Angst, gegen das Pergolesis nicht bestehen zu können.

Hört man diese Einspielung, dann wird dies absolut verständlich.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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