Albumcheck | We Stole the Stars from the Black Night von Stone Diamond

Wenn drei gestandene Rockmusiker nach 20 Jahren Musik-Business auf einen gemeinsamen Nenner namens „Stone Diamond“ kommen, sind die Erwartungshaltungen sicher hoch angesetzt. Tja, dann mal aufgespielt und reingehört…

Kennt ihr das, wenn man den ersten Song hört und sich nur denkt :“ Shit, hoffentlich geht das jetzt nicht die ganze Zeit so !“ ? Wenn die schönste Erfindung an einem CD-Player die Forward-Taste zu sein scheint ?

Ganz großes Kino hier…nix gegen Pop-Rock für die Montagsmorgen-Radiohörer, auch wenn`s nicht meine Baustelle ist. Aber hier groovt mal so gar nichts und der schnulzige „Looooooooove stays“-Chorus zieht sich wie Kaugummi durch die Hörgänge. Nein danke !

Einmal tief durchatmen hilft jetzt…Glücklicherweise geht`s danach erstmal beschwingter zur Sache und bei „Let it roll“ wippen die Zehenspitzen. Netter Song, wirklich…man wird wieder neugieriger. Doch so richtig aufspielen können die Jungs dann erst wieder bei  „No Boundaries“ und dem letzten Song. Leider ändert das nicht`s daran, dass das die Scheibe keinen sehr konsistenten Eindruck macht. Hier wird wild um sich gegriffen und  fast alles an radiotauglichem „Rockzeugs“ der letzten 30 Jahre teilverwurstet. Und das etwas zu oft für meinen Geschmack.

Bissel schade, denn aus instrumentaler Sicht wurde fast alles richtig gemacht. Blues-Guitars, Drums sitzen,  nette Soli…aber das Songwriting lässt dieses schlummernde Potential nur selten frei. Oder es wurde einfach schon x-mal gehört wie zb. bei „Tattoo“. Kein schlechter Song mit schönem rockigem Solo im Midpart, aber ohne eigene Duftmarke. Nicht unerwähnt bleiben sollte der markante Gesang, der sich wohltuend einbringt und gekonnt mit dem Rest der gut produzierten Klangkulisse verschmilzt.

„We Stole the Stars from the Black Night“ hat`s mir nicht leicht gemacht. Es gibt sicherlich so einige starke Momente und kompetent am Instrument sind die Mannen sowieso, aber in der Gesamtheit hapert es an unverkennbarem Songwriting und Wiedererkennungswert. Wer seichten Rock mit oldschooligem Touch mag, kann ein Ohr riskieren und sich selber ein Bild machen. Schlecht ist es keineswegs, aber auch kein Ausnahmealbum.

 

 

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