Albumcheck | Motörhead: Aftershock

Nach all den gesundheitlichen Malaisen von Lemmy Kilmister, den abgesagten Konzerten und dem abgebrochenen Gig in Wacken mit anschließender notärztlicher Versorgung wurde viel über den Zustand des Kopfes der legendären Motörhead spekuliert, auch unter „Berücksichtigung“ seines Whiskyverbrauchs.

Und ebenso fragten sich viele, ob das angekündigte (und am 18. Oktober 2013 erscheinende) Album „Aftershock“ dementsprechend auch schwächelnd klingen werde. Nun, hier rotiert

es schon seit Tagen auf dem Teller, und die Antwort ist: NEIN! Definitiv nicht!

Der Sound ist dichter, aber nicht so giftig und kratzig wie zu Zeiten von „Ace of Spades“. Doch giftiger als der immerhin schon mehr als drei Jahre zurückliegende Vorgänger „The Wörld is Yours“. Nicht, dass dieser schlecht gewesen wäre, doch „Aftershock“ greift mehr an, beißt mehr. Und klingt mehr nach Rock’n’Roll- was man besonders in Phil Campells Soli bemerken kann, die teilweise stark an die 1950er Jahre erinnern, nur dass man mittlerweile auf die Idee kam, die Gitarre zu verzerren.

Auch Blues fließt wieder ein, rabiat, nicht wie damals der „Whorehouse Blues“.

Insgesamt ist „Aftershock“ ein klassisches Motörhead-Album, welches teilweise sehr an alte Zeiten erinnert, teilweise jedoch auch moderner rüberkommt. Und beruhigenderweise so klingt, wie Motörhead zu klingen hat: Laut, hart, dreckig, schnell.

Lemmy war krank? Wann war das denn?

Fazit: Motörhead? Kaufbefehl!

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

1 Comment

  1. Konrad sagt:

    Für mich ist „Aftershock“ das beste Album seit „Inferno“. „The Wörld is Yours“ und „Motörizer“ waren nicht schlecht, es gibt keine schlechten Motörhead Alben, aber auch keine Scheiben die man rauszieht, wenn man vor der Motörhead Sammlung steht. Ich denke lange wird Lemmy nicht mehr so präsent in der Szene sein können, denn wie ich neulich gelesen habe, hat er trotz seiner Erkrankung nicht viel an seinem Lebensstil geändert, nur das er weniger raucht. Aber wie er selbst sagt, würde es seinen Körper wohl mehr belasten wenn er all die ungesunden Dinge sein lässt, als einfach so weiter zu machen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.