Albumcheck | „Feier Dein Leben“ von Apollo 3

Die deutsche Teenie-Band Apollo 3 kommt mit „Feier Dein Leben“ mit ihrem mittlerweile dritten Studioalbum daher, das ohne weiteres Spaß machen kann – zumindest wenn man gerade mitten in der Pubertät steckt.

Es kann manchmal schon eine echte Bürde sein, sich als Erwachsener mit so manch einem Auswuchs der jungen Popkultur befassen zu müssen. Kürzlich haben ja schon Wissenschaftler offiziell festgestellt, dass sich der Musikgeschmack im Laufe des Lebens deutlich verändert. Wobei durchaus keine langwierigen Studien nötig sind, um zu derlei Erkenntnissen zu gelangen. Und so stellt man sich dann doch die Frage, wie man als ein männlicher thirty-something mit einem Album umgehen soll, das sich eher an die weibliche Hörerschaft in den tiefsten Tiefen der Pubertät richtet.

Drum versuchen wir mal, uns in die eigene Jugend zurück zu versetzen. Das wird ohne Frage nötig sein, bevor man sich an „Feier Dein Leben“ der drei Teenager Henry (16), Marvin und Dario (beide 17) heran wagt, die hinter dem Trio Apollo 3 stehen. Also seien wir nicht allzu hart: die musikalische Mischung aus melodischem Teenie-Gitarren-Pop und soft punkigem Poprock, welche die Teenager hier darbieten, könnte ohne Frage schlechter sein. Das Gesamtpaket – also Texte und Darbietung eingeschlossen – sollte dann vorsichtshalber wohl aber doch mit einem Abgabehöchstalter gekennzeichnet sein. So frei nach dem Motto: „Nicht an Jugendliche über 16 Jahren abzugeben“, oder ähnliches. Aber natürlich muss es auch Musik geben, die auf die junge Zielgruppe zugeschnitten ist – man kann ja auch schlecht erwarten, dass ein 13jähriger Radiohead oder Sigur Rós hört.

Auf so manch einen jungen Menschen könnte das hier dargebotene durchaus einen Reiz ausüben, werden hier doch auch inhaltlich typische Teenager-Befindlichkeiten angesprochen – ohne dabei aber freilich zu sehr in die Tiefe zu gehen. So geht es hier u.a. um „chillen und Highscores wegknacken„, um „Weiber vollquatschen und nen Korb geben lassen„, und um „nix von wegen Call of Duty, nix von wegen Headshots, nix von wegen Xbox, nix von wegen Pussy„. An anderer Stelle heißt es dann so schön: „Ok, ich stell mir einfach vor wenn ich dich seh, dass du auf Florian Silbereisen stehst.“ Und daneben wird dann auch mal ein bisschen rebelliert, wenn sie singen: „Da rein, da raus, da raus, da rein, meine Generation will jung und gefährlich sein.“

Ein paar balladigere Momente gibt es auch noch oben drauf, zu denen die jungen Mädels die Hochglanzfotos der Jungs im CD-Booklet anschmachten können – aber hey: man ist schließlich nur einmal jung! Und so werden auch die heutigen Fans der drei Jungs irgendwann aus der Musik ihrer neuen Platte heraus gewachsen sein – so wie die Jungs selbst auch. Doch jetzt sind sie jung, und können hierzu bestimmt ohne Probleme „voll krass abfeiern“, oder wie auch immer man das heutzutage nennen mag. Allen Erwachsenen sei jedoch dringend empfohlen, von derlei Musik lieber die Finger zu lassen. Sollten selbige allerdings einen pubertierenden Teenager in ihrem Haushalt vorfinden, könnten sie ihm mit „Feier Dein Leben“ bestimmt eine kleine Freude machen.

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