Albumcheck | A View from Above von Deadend in Venice

Melodischer Death Metal aus deutschen Landen wird uns hier kredenzt. Deadend in Venice konnten schon 2011 mit einem Longplayer aufwarten und schnitten dabei gar nicht so übel ab. Mal sehen, ob sie jetzt mit dem zweiten Silberling „A View from Above“ neue Akzente setzen können.

Ich mag ja diese kleinen , feinen Akustik Intros. Als „Einstimmer“ bekommt man hier auch gleich Annabells Gesang zu hören. Ihr habt richtig gelesen , Female Vocals geben sich die Ehre , Growls gibt`s jedoch auch. Geboten werden 11 Tracks mit einer Spielzeit von knapp 40 Minuten.

Der erste Song beginnt metalcorig und schmettert im weiteren Verlauf die typischen Göteborg-Töne an. Kraftvolle Riffs und Midtempo,das kann sich wirklich hören lassen, zumal die beiden Vocals gut harmonieren. „An alien in disguise“ ist insgesamt wesentlich metallischer und bietet stark In Flames-inspirierte Gitarrenläufe. Diesmal dominiert der weibliche Gesang, was auch meistens gut klappt…hierzu aber später noch ein paar Worte.

Derweil läuft mit „The overview“ einer der besten Songs des Albums durch. Beginnt erst bedächtig und kracht dann richtig los. hier zeigt sich auch, wie harmonisch sich Sängerin Annabell in harte Parts einbringen kann. Klasse ! Geht aber mit Track „Call from the North“ gleich richtig gut weiter, toller Refrain und schön treibend. Erinnert mich ein wenig an Battlelore, die auch sehr vielschichtige Songs dieser Machart hinbekommen haben. Könnte auf Konzerten echten Mitgröhl-Charakter entwickeln. Insgesamt gibt`s erfreulich wenig Füllmaterial auf dem Album. Den gelungenen Abschluss bildet das krachige „In dawnless days“, welches nochmal nochmal ein „Metalcore meets Göteborg“- Stelldichein bietet.

Technisch hat man im Vergleich zum Vorgänger um einiges zugelegt und auch gesanglich kann man hier einen Fortschritt erkennen. Wie sieht`s eigentlich mit der Synergie des dualen Gesangs zum Rest der Musik aus ? Das ist bei derartigen Bands nicht gerade unwichtig. Tristania haben es vorgemacht und auch hier sollte es natürlich sitzen. Tut es das ? Meistens JA. Es klappt dann am besten, wenn beide in harten Parts gleichzeitig singen bzw. growlen. Etwas aus der Spur gerät es, wenn Annabell sich alleine an harten Passagen versucht. Dann klingt ihr zweifelsohne schönes und geschultes Organ einfach zu „sirenenhaft. Das nimmt manchmal unnötig die Härte aus Teilen der Songs…MANCHMAL, wohlbemerkt.

Das ist aber Kritik auf hohem Niveau, denn Deadend in Venice liefern hier eine sehr ordentliche Scheibe mit gutem Songwriting in sauberen Produktionsgewand ab. Luft nach oben ist freilich noch vorhanden, aber man hat sich schon merklich gesteigert und zeigt, dass der deutsche Underground sich nicht vor internationalen Newcomern verstecken muss. Weiter so !

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