EP-Check | Lionize von Take Berlin

Kann man eigentlich von Bestechung sprechen, wenn man ein wirklich repräsentativen Paket von einer Band erhält, in dem neben der EP auch eine Musikkassette und Tee beigelegt ist? 

Ich würde eher behaupten: „Nein!“ Was also auf Kassette aufgenommen wurde, soll man ruhig auf Kassette hören. Nichts einfacher als das, denn schließlich besitzen wir auch noch über solch altertümliches Gerät. Vorab habe ich mich an die Musik-Anleitung gehalten. 

Wasser aufgesetzt, den beigefügten Tee übergossen und ziehen lassen. Ein nettes Plätzchen in meinem Bett bereit gemacht und das TapeDeck angeschmissen. Und schon bei den ersten Tönen der insgesamt sechs Songs starken Debüt-EP „Lionize“ von Take Berlin hat es mich erwischt.

Hingerissen von der Atmosphäre und der ausgeglichenen Stimmung fiel es mir leicht, den Liedern mit minimalistischen Arrangements und verschachtelten Strukturen der Aufnahme zuzuhören. Sicherlich wird es einige Redakteure geben, die nicht auf ein TapeDeck zurück greifen können und sich vielleicht über den Sound beschweren könnten.

Ich hingegen kann behaupten, dass sich der Sound auf meinem alten Sony doch recht annehmbar und klar anhört. Es handelt sich um Musik mit eigener Seele. Die Akustikgitarre und das Wurlitzer-Piano verstärken die wohlig, warme, melancholische Stimmung. Immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Jesse Barnes und Yvonne Ambrée schaffen es kinderleicht diese Stimmung auf den Punkt zu bringen und perfekt umzusetzen.

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