Albumcheck | „True“ von Avicii

Der schwedische DJ, Produzent und Songwriter Avicii sollte wohl jedem dort draußen ein Begriff sein. Der 24jährige Musiker veröffentlichte seit 2008 eine ganze Reihe von Singles, von der vor allem sein 20011er Hit „Levels“ auffiel, und ihn zunehmend zum weltweit beachteten DJ aufsteigen ließ. Und nun legt der junge Mann mit „True“ sein Debütalbum vor!

Das dies mit Sicherheit einige Beachtung finden wird, dafür sorgt wohl bereits der Hit der Platte: das allseits bekannte „Wake Me Up“, auf dem als Gaststimme der Soul-Sänger Aloe Blacc zu hören ist, und das zum weltweiten No.1-Hit wurde – was ihm bereits den mehr oder weniger offiziellen Titel des „Sommerhits 2013“ einbrachte.

Doch wer sich nicht durch jeden Auswuchs des Mainstream-Dance-Pop abspeisen lässt. dem wird auch bei diesem Überhit doch recht schnell auffallen, dass es hier vor allem der Beitrag von Gastsänger Aloe Blacc ist, der den Song größtenteils über Wasser hält – der Rest ist im Grunde nach sehr einfachem Schema aufgebaut, der warme Gitarrenklänge mit bewährtem Dance-Anteil vermengt. Und von diesem Konzept löst sich Avicii auch nicht auf dem Rest seines Erstlings. Nach eigener Aussage stand aber hier vor allem das Ziel im Raum, von seinem bislang typischen Dance- und House-Sound abzuweichen, und auch mit anderen Stilen zu experimentieren. Zu diesem Zweck holte er sich dann auch eine Reihe von Gastmusikern an Bord, die ihm dabei unter die Arme griffen.

Und so sind es letztendlich vor allem anderen diese Gäste, die dem Album des Schweden halbwegs den Hals retten – und eben dieser Umstand hätte es dann doch erfordert, dass die Beiträge der Gäste etwas besser für den Hörer kenntlich gemacht worden wären. Doch leider ist sowohl im Internet als auch anhand der Original-CD nur mühselig in Erfahrung zu bringen, wer denn hier gerade als Komponist oder Gaststimme ausgeholfen hat. Vor allem „Addicted To You“ funktioniert diesbezüglich gut, das vor allem durch hervorragenden und souligen weiblichen Gesang glänzt, dessen Urheberschaft ich bisher allerdings nicht zweifelsfrei klären konnte. Auch „Dear Boy“ geht gut rein, wird es doch spätestens beim Einsatz der dänischen Sängerin Karen Marie Ørsted zum Leben erweckt – der Rest des Songs aber bleibt vorhersehbar. Das Indie-Pop-Duo Blondfire hilft dann tatkräftig bei „Liar, Liar“ aus, und Sterling Fox und Nile Rodgers geben „Shame On Me“ den entscheidenden Schliff.

WIRKLICH kriminell wird es allerdings dann, wenn er mit „Hope There’s Someone“ einen wundervollen Song von Antony & The Johnsons nimmt, und einfach mal kräftig vergewaltigt. Zwar macht die Gastsängerin hier keine allzu schlechte Figur, aber das um typische Avicii-Dance-Sounds ergänzte Gesamtwerk ergibt dann – vor allem im Vergleich zum Original – eine waschechte Katastrophe.

Abschließend kann man nur sagen: wer kaum höheren Anspruch an Pop-Musik stellt, und stattdessen schon mit gefälligen Melodien und perfekt gestylten Beats zufrieden ist, der kann beherzt zugreifen. Für alle anderen dürfte „True“ allerhöchstens für kurzweilige Unterhaltung sorgen.

 

1 Comment

  1. Tom sagt:

    Ich finde die Lieder von Avicii einfach Klasse. Auf jeder Party zu hören allerdings vermisse ich hier auf der Seite ein paar up to date infos. Auch für Künstler wie David Guetta.

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