Albumcheck | Dawn of Consummation & Emergency von Reptilian Death

Once upon a time in Mumbai…Drei finstere Gesellen machen sich mit einer neuen Scheibe auf in die große Welt. Der Frontman „Demonstealer“ und seine Schergen heizen seit bereits 12 Jahre den lokalen Fans ordentlich ein und wollen nun auch international punkten.

Das könnte ihnen mit dem aktuellen Silberling bei der entsprechenden Fanbase auch durchaus gelingen. Aber alles der Reihe nach…Falls jetzt was hypermelodisches und pompöses erwartet wird: Vergesst es ! Streicht es aus eurer Gedankenwelt, das Teil ist heftig. Extremer Death Metal passt hier von der Bezeichnung wohl am ehesten, der Bass wumpt schön tief und schwirrende Leads klirren aus den Boxen. Das Drumplay macht keine Gefangenen. Sagenhaft, was hier abgeholzt wird. Ab und zu wirds auch mal gemächlicher, aber bereitet euch insgesamt eher auf ein kleines Blastbeatgewitter vor. Die Tempiwechsel sind einwandfrei inszeniert und zahlreich. „Now you gaze upon me“ wäre  ein entsprechender Anspieltipp.

Aber nun mal ein ernstes Wörtchen zu den Lyrics. Sie sind schlecht, WIRKLICH schlecht und sinnbefreiter als die Unterhaltung zweier Sonnenstudio-Queens über die Flatulenzen ihrer Yorkshire Terrier. Sie wollen schocken, sie wollen gore sein, manchmal sogar Porno…Alles kein Thema, es ist Death Metal und keine Auskopplung der Sommerhits 2013. Aber das hier ist größtenteils einfach zu albern, um noch ironisch gemeint zu sein. Zum Glück versteht man sie kaum, wo wir auch schon beim“Gesang“ wären: Es wird gegrowlt,ab und an gepigsquealt und gegrunted, manchmal in irrwitziger Geschwindigkeit oder auch in Quasi-Slowmotion. An der Stelle geht der Daumen dann wieder hoch, weil durchaus mit Varianz zu Werke gegangen wird. Die Produktion geht okay, gibt`s wenig zu meckern.

Insgesamt hat mir der Output gut gefallen. Die Jungs beherrschen ihr Handwerk am Instrument und schaffen es, eine düstere und dichte Atmosphäre zu erzeugen. Wer mit extremen Death Metal nichts anfangen kann, wird auch hier nicht sein Glück finden. Wer jedoch etwas zwischen Death Metal und Grindcore sucht oder nur mal die Oma ein wenig schocken will, wird recht ordentlich bedient.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.