Albumcheck | The Obscure Department von Robert Coyne with Jaki Liebezeit

Wer Robert Coyne nicht kennt, der muss sich nicht schämen, denn bislang war der Sohn des 2004 verstorbenen Musikers, Malers und Autoren Kevin Coyne vordergründig als Gitarrist unterwegs, in dessen Zuge er u.a. mit The Barracudas, Eric Burdon oder The Scientists arbeitete. 2 Soloalben legte er zwar bereits vor, doch eine große Aufmerksamkeit konnten diese nicht erregen. Doch vielleicht kann dies sein neuestes Werk ändern, welches auf den Namen „The Obscure Department“ hört.

Denn hierfür hat er sich eine Legende der deutschen Musikgeschichte mit an Bord geholt: niemand geringeren als Jaki Liebezeit.

Selbiger ist vor allem als Drummer der legendären Krautrock-Band Can bekannt, arbeitete aber auch als Studiomusiker für Größen wie Depeche Mode, Eurythmics, Brian Eno, Joachim Witt (er spielte etwa dessen Hit „Goldener Reiter“ mit ein) oder Phillip Boa. Nun hat sich also der noch ziemlich unbekannte Coyne mit der Legende Liebezeit zusammen getan, um ein gemeinsames Album entstehen zu lassen. Und misslungen ist dieser Versuch in der Tat nicht.

Die Musiker ergehen sich hier in einem sehr deutlichen  Minimalismus, der sich fast gänzlich auf Schlagzeug, Gesang und Akustikgitarre beschränkt. In Zeiten wie unseren, in denen sehr minimalistisch agierende Künstler wie The xx zurecht hoch geschätzt werden, ist dies nicht die schlechteste Strategie. Und es ist auch nahezu egal, welches der hier enthaltenen Stücke man heraus pickt – man kann im Grunde nicht daneben greifen. Aber dennoch macht es einem die Gesamtwirkung von „The Obscure Department“ nicht ganz so leicht. All das ist zwar höchst stilvoll inszeniert, und auch in puncto Technik und Songwriter-Talent gibt es nichts zu meckern.

Es hapert vielmehr daran, dass dem Hörer hier zu schnell die Abwechslung fehlt. Ab und an hätten sie den Spannungsbogen etwas mehr anziehen können, anstatt sich langsam aber sicher in der Gemächlichkeit zu verlieren. In einzelnen Dosen genossen, kann man hier durchaus manche Perle entdecken, aber am Stück macht das Album dann doch einen zu harmlosen Eindruck, als das es eine größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte.

1 Comment

  1. Holger Szukai, Irmin Schmidt und Jaki Liebeszeit sind absolut legendär, die in Verbindung mit Damo Suziki, waren die Band aus Köln, die die elektronische Rockmusik begründet haben. Absolute Rauschmusik und Vorläufer des heutigen Tekno. Diese Besetzung kann ich heute noch ab und zu hören, obwohl diese Musik 40 Jahre alt ist.

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