Konzertcheck | Depeche Mode live in der Esprit Arena Düsseldorf

© Anton Corbjin

Gestern Abend gaben sich Depeche Mode vor rund 45.000 Fans in der Düsseldorfer Esprit-Arena die Ehre. Wir waren live dabei und haben den Auftritt der britischen Band mitverfolgt. 

Wie ihr wisst, berichten wir in unseren Konzertcheck, wie die Stimmung vor Ort ist, berichten über die Umstände und beurteilen nicht nur den Künstler sondern auch den Service.  Die Anfahrt war sehr angenehm. Auch die Parksituation um die Arena herum, war mehr als zufriedenstellend. Vielleicht lag es auch daran, dass wir mit einem motorisierten Zweirad unterwegs waren und somit relativ nah an der halle parken konnten ohne ein Parkhaus nutzen zu müssen. Das Servicepersonal an den Straßen rund um die Esprit Arena war nett und zuvorkommend. 

Der Einlass verlief relativ problemlos und ohne viel Gedrängel. Aus der Vergangenheit haben wir allerdings gelernt, dass man doch nicht Stunden vor dem Stadioneinlass die Area betreten sollte. Der fließende Verkehr der Zuschauer und Depeche Mode Jünger war allerdings bereits um halb sieben vorhanden. Bis dahin keine Probleme. Der erste Wermutstropfen kam jedoch mit der Suche nach einer Garderobe. Es gab einfach keine.

Die Getränke waren mit einem Preis von 4,50 Euro in einem annehmbaren Verhältnis. Die zwei Euro Pfand für den Becher ist gesondert zu zahlen. Wer die Becher nach dem Konzert nicht abgegeben hatte, verfügte zumindest über ein nettes Erinnerungsstück.

Und überhaupt, war das Sicherheits- und auch Thekenpersonal sehr nett. (Bis auf ein paar Trantüten, die innerhalb einer Minute die Bestellung vergessen hatten, wohlgemerkt noch vor dem Auftritt.) Nach und nach fanden wir uns im Innenraum ein, wo bereits eine überschaubare Menge verweilte. Zirka viertel vor Acht fing dann an die Vorband zu spielen, dessen Frontmann doch eher an Ian Curtis erinnerte. Nicht von seiner Stimme, sondern eher von den Bewegungen, die der gute Mann dort auf die Bühne kredenzte. Die Musik erinnerte an Level 52, The Cure, New Order und natürlich auch an Joy Division. Schließlich war der Gig der Band, dessen namen uns völlig unbekannt ist, am Ende oder auch zu Ende.

Nach einer kurzen Pause war es dann um 20:45 Uhr so weit. Die Halle verdunkelte sich und Depeche Mode betraten die Bühne. Anfänglich traten ein paar Ton- und Technikprobleme auf, die sich im Laufe des Abends aber verflüchtigten. Zu Depeche Mode komme ich jedoch später wieder.

Mir ist bekannt, dass das Publikum in Düsseldorf (sagen wir mal) sehr schwierig ist. Vielleicht ist es auch sehr anspruchsvoll. Doch was wir an diesem gestrigen Abend erlebt haben, zeugt von keiner Kuhhaut. Die Damen und Herren um uns waren sehr nett. Es wäre auch alles kein Problem gewesen. Doch mit fortlaufender Stunde wurde die Stimmung immer mieser und vor allen Dingen aggressiver. Rechnen wir in unserer Redaktion sämtliche Konzerte zusammen, die wir jemals gesehen haben, kommen wir sicherlich auf einige Hundert, welche wir besucht haben. Ferner solltet ihr wissen, dass mehrere unserer Redaktionsmitglieder vor Ort waren.

Doch eine solche Stimmung unter den Fans ist uns noch nie begegnet. Notorische Vordrängler mit der angeblichen Entschuldigung „Wir haben Freunde vorne stehen“ brachten die um uns stehenden mehr als in Rage. Hitzige Diskussionen folgten. Die „Vordrängler“ hatten für die Fans, die auf ihren Plätzen bereits SEIT STUNDEN (!) verweilten nicht das geringste Verständnis und fingen Stress an. Mit unter kam es zu geringen Handgreiflichkeiten. Ferner hatte der Fan Club Asozial auch wieder Ausgang. betroffen hiervon leider die weibliche Rasse, mit zuviel Alkohol intus. (Übrigens war das ein Konzert und nicht der Ballermann.)

Deshalb mein Tipp an die Vordrängler: Auch die Anderen haben eine Menge Geld für dieses Konzert bezahlt und wollten auch gern etwas davon zu sehen bekommen. Im Gegensatz zu euch stehen sie allerdings schon seit Stunden an ihren Plätzen und regen sich natürlich auf, wenn sich solche Idioten wir ihr einfach vordrängeln inklusive Diskussionen und Handgreiflichkeiten. Das geht gar nicht. Seit also demnächst früher am Platz, dann könnt ihr auch die besseren Plätze haben.

Und an alle Waschmuffel: Natürlich ist es warm und eng auf einem Konzert, aber wascht euch bitte vorher und benutzt bitte ein Deo. Alles andere ist wirklich EKELHAFT!

© Anton Corbjin

© Anton Corbjin

Kommen wir jedoch wieder zum Konzert itself:

Trotz der gemischten Stimmung und der anfänglichen Tonprobleme, kam es dem Zuhörer anfänglich so vor, als würden die Protagonisten ihr Konzert einfach nur so runterspielen. Die Interaktion zwischen Dave Gahan und dem Publikum war eher geringfügig. Von Martin Gore konnte man dies allerdings nicht unbedingt behaupten. Nach und nach taute die Masse jedoch auf.

Der charismatischste Frontmann Dave Gahan spielte mit dem Publikum, ließ seine Hüften kreisen, was jedes mal zu einem Aufschrei in der Halle führte. Und so kokettierte sich der Sänger durch das Konzert und gab seine unverkennbare Stimme zum Besten. Die Stimmung kochte bei den Songs „Personal Jesus“, „Soothe my soul“ sowie „Never let me down again“. Für ein nettes Ambiente sorgten die beiden aufgehängten Leinwände, welche mit Video-Einspielern punkten konnten. Auch die neuen Songs wurden gut vom Publikum aufgenommen.

Was jedoch auffiel (und das war nicht nur bei diesem Konzert so, sondern ist uns in der letzten Zeit fast überall aufgefallen): das Publikum wünscht kaum noch eine Zugabe. Vielleicht weil es weiß, dass die Protagonisten sowie noch einmal die Bühne betreten. Zum krönenden Abschluss spielte die Band u.a. „Just can’t get enough“, was letztendlich dafür sorgte, dass der Saal ausrastete. Angemerkt sei hier, dass wir uns in etwas angenehmere Fangefilde begeben hatten und dass die Menge z.B. in Höhe der Theke weitaus mehr Spaß hatte und diese zugleich auf uns übersprang.

Somit bleibt für uns ein gemischtes Bild zurück. Depeche Mode wie immer professionell und stimmlich sehr gut. Die Technik und auch die Akustik ließ eher zu wünschen übrig, wir haben aber schon schlimmeres erlebt. Das Publikum war gemischt. Die Preise human.

Dennoch hat es sich gelohnt und wir würden noch einmal ein Konzert von DM besuchen. Diesmal jedoch an einer anderen Location.

Hier das Tracklisting

– Intro
– Welcome to My World
– Angel
– Walking in My Shoes
– Precious
– Black Celebration
– Policy of Truth
– Should be Higher
– Barrel of a Gun
– Higher Love
– Judas
– Heaven
– Soothe My Soul
– A Pain That I’m Used To
– A Question of Time
– Secret to the End
– Enjoy the Silence
– Personal Jesus
– Goodbye
– Home
– Halo
– Just Can’t Get Enough
– I Feel You
– Never Let Me Down Again

1 Comment

  1. […] Letztendlich haben wir auch schon zahlreiche Konzerte besucht. Unser letzter Besuch auf einem Konzert erfolgte im Jahr 2013 in der Düsseldorfer Esprit Arena. […]

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