Albumcheck | Yours To Take von These Hearts

Gitarrenmusik kann ja was sehr feines sein. Und das was die junge Band These Hearts auf ihrem neuen Album „Yours To Take“ so treibt, mag auch mit Sicherheit in einigen Kreisen seine Liebhaber finden. Wer aber nicht gerade einen ausgeprägten Fetisch für den Stil des Popcore hat, für den ist ihre Musik irgendwie weder Fisch noch Fleisch.

Zugegeben: die fünf  Scheitelträger aus North Dakota sind auf ihrer neuen Platte durchaus für einige ganz nette Melodien zu haben, die sich vor allem in den Refrains immer wieder Bahn brechen. Und doch kann einem hier auch so einiges gewaltig auf die Ketten gehen.

Ohne Frage geben sich die Jungs alle Mühe, die Sparte des Popcore mit druckvollen Ohrwürmern zu bedienen. Aber mal ehrlich: möchte jemand im Jahr 2013 immer noch diese ewig gleich klingende Mischung aus breitbeinigem Metal-Gegrunze und melodischem Punk-Pop hören, den sie hier auf der gesamten Albumlänge ausbreiten? Diese Art Musik kann hier und da zwar auch mal für jene einen gewissen Reiz haben, die seinem Genre im Grunde eher skeptisch gegenüber stehen. Doch dafür bedienen sich These Hearts dann doch zu oft gängiger Klischees, und zu selten einfallsreicher Melodien oder Songstrukturen.

Irgendwie wird es spätestens ab dem 3. Song ziemlich vorhersehbar: bratzende und scheppernde Gitarrenriffs, die in dieser Form seit mindestens 20 Jahren immer wieder neu aufgekocht werden, an akutem Testosteron-Überschuss leidendes Gegröle in den Versen, und nahezu poppig mitreißende Melodien in den Refrains. Zwar erkennt man ab und an einen zarten Silberstreifen am Horizont, der vor allem in den Momenten zum Vorschein kommt, wenn die Jungs die Hormone ein wenig zurück schrauben, und etwas öfter Melodien und Harmonien erkennen lassen.

Aber doch schaffen sie es auch auf der gesamten Albumlänge nicht, so etwas wie einen eigenständigen Sound oder Wiedererkennungswert zu erzeugen. Nahezu alle Songs auf „Yours To Take“ folgen dem immer gleichbleibenden Schema, was schnell den Eindruck erweckt, als hätte die Band hier einfach ein und denselben Song immer wieder neu aufgenommen. Und das Endergebnis klingt dann in etwa so, als würden es Panic! At The Disco mit einer beliebigen Nu-Metal-Band auf dem Hinterhof  von Blink 182 treiben.

Für Teenager, die ab und an mal ein wenig düster abgehen, aber dennoch nicht auf  Pop-Melodien verzichten wollen, ist dies mit Sicherheit ein Fest. Der große Rest hat zwar auch keinen Grund sich angewidert abzuwenden, ist dann letztendlich aber dennoch nicht traurig, wenn nach einer halben Stunde endlich Ruhe im Karton ist. Und so ist und bleibt dieses Album wohl vor allem eines: Geschmackssache!

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