Albumcheck | Diamond In a Rock von Tunde Baiyewu

Sagt jemandem dort draußen zufällig der Name Tunde Baiyewu etwas? Nicht wirklich? Macht gar nichts: denn dafür wird umso mehr Menschen die Stimme des Briten mit nigerianischen Wurzeln bekannt vorkommen, welche immerhin seit 1993 die Musik der Lighthouse Family ziert.

 
2003 war dann zwar Schluß mit der Band, die er gemeinsam mit dem Produzenten und Songwriter Paul Tucker unterhielt – doch Sänger Tunde Baiyewu ging fortan Solo-Wege, die er erstmals offiziell mit seinem 2004 erschienenen Debüt „Tunde“ beschritt. Tja, und dann kam erst mal lange Zeit gar nichts, bis das Gespann dann im Jahr 2010 die Lighthouse Family offiziell reformierte – ein neues Album bleibt uns das Duo zwar bis zum heutigen Tage schuldig, aber stattdessen kommt Tunde nun ganze 9 Jahre nach seinem Debüt daher, und hat sein zweites Soloalbum „Diamond In a Rock“ mit im Gepäck.


Wer in Kenntnis der bekannten Hits seiner Lighthouse Family ist, der wird sich auch auf seinem neuen Solo-Material ziemlich schnell zurecht finden. Und das ist auch keineswegs ein Wunder, war doch einiges davon ursprünglich für ein Comeback-Album seiner Band gedacht. Doch wollte der Sänger bei diesem Material nicht die Kompromisse eingehen, die ein zu erwartender Major-Deal seiner Band zweifellos mit sich gebracht hätte. Und so entschied er sich für die volle künstlerische Freiheit, um seine Kompositionen so der Welt vorzustellen, wie er sie sich vorstellte. So weit, so gut.

 
Die Gründe dafür sind auf seinem neuen Werk allerdings nicht so deutlich auszumachen, bewegt er sich doch nach wie vor im Terrain warmer und leichter Soul-Pop-Musik, mit Hang zum Easy-Listening. Das ändert natürlich prinzipiell an der Qualität des Endprdouktes nichts, die im vorliegenden Fall als solide und geschmackvoll zu bezeichnen wäre. So strahlt das Album eine recht wohlig-heimelige, ja fast schon kuschelige Atmosphäre aus, was aber bekanntlich nicht unbedingt der beste Nähboden für veritable Hits ist. Und doch gibt es hier immer wieder mal sanft hervorstechende Momente. So könnte man sich z.B. „Fear & Fortune“ durchaus als einen moderaten Hit vorstellen, welcher um eine äußerst feine Melodie herum tänzelt. Und auch die erste Single „Move“ weiß sehr wohl zu überzeugen, gibt es hier doch eine wirklich schicke Melodie, sowie eine sehr feine Produktion zu bestaunen. Und mit dem warmen „Blissful In No Time“ kann man auch nichts verkehrt machen, welches angenehm an die guten Tage von Seal gemahnt

 
„Diamond In a Rock“ hat zweifellos seine Vorzüge, und kann auch garantiert für einige gemütliche und gefühlvolle Momente sorgen – aber dennoch ist es ein Album, an das man sich trotz seiner Qualitäten vermutlich nicht allzu lange wird erinnern können. Aber das schenken wir uns einfach mal: denn für den Moment ist „Diamond In a Rock“ ein willkommenes kleines Pop-Vergnügen.

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