Albumcheck | Didn’t It Rain von Hugh Laurie

Müssen wir wirklich noch darüber berichten? Hugh Laurie kennen die meisten Menschen eigentlich nur in seiner Rolle als wenig umgänglicher Dr. House. Diese Meldung ist bereits alter Hut und müsste nicht mehr erwähnt werden. Mittlerweile weiß man ganz genau, dass die Serie abgesetzt wurde und sich Dr. House mehr und mehr seiner Musik widmet. Nicht zuletzt zu erkennen an seinen musikalischen Ergüssen.

Auch bekannt war, dass sich der Engländer neben der Schauspielerei und Schriftstellerei irgendwie immer um Musik gekümmert hat. Häufig in kleinen Stil, seit ein paar Jahren aber auch im großem Stil. Bereits 2011 konnte er mit seinem Debütalbums „Let Them Talk“, auch die letzten Kritiker verstummen lassen.

So ließ der Tausendsassa auf ganz traditionelle Weise ganz traditionelle Werke aus der Welt des New Orleans Blues neu aufleben. Nun legt er mit “Didn’t It Rain” noch einen nach und präsentiert sich sehr wandlungsfähig. Der neue Longplayer hat trotz all der Ernsthaftigkeit der Musik noch immer etwas von Dr. House himself. Verschmitzt, gewitzt, arschig und dennoch genial.

Das Album beinhaltet Lieder der frühen Pioniere , wie W.C. Handy („St Louis. Blues”) oder Jelly Roll Morton („I Hate A Man Like You“). Trotzdem kommen moderne Künstler, wie Dr. John (“Wild Honey”) und Alan Price von The Animals (“Changes”) zum Tragen. Man begibt sich nicht nur auf eine Reise in die amerikanische Musikgeschichte, sondern auch ein bisschen Dr. House hier und da und überall. Dynamisch und mitwirkend. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen. So wirkt der Sound weder langweilig noch altbacken. Und da macht auch das Cover Sinn. Großer mann an kleinem Piano. Doch auch umgekehrt wird ein Schuh draus.

Begleitet wurde Hugh Laurie übrigens von der Copper Bottom Band. Die Singer-Songwriterin Gaby Moreno und der Soul-Sänger Jean McClain sorgen für den bestimmten Ausgleich an Vocal-Parts.  Produziert und aufgenommen wurde der Silberling  im Ocean Way Studio in Los Angeles. Wie schon beim Erstlingswerk spielte auch hier Joe Henry eine große Rolle.

So bleibt am Ende zu sagen, dass dieses Werk zwar ein wenig quer schießt, aber dennoch mehr als lohnenswert ist. Schick gemacht. Und irgendwie phantastisch!

Tracklisting “Didn’t It Rain”:

1. St Louis Blues
2. Junkers Blues
3. Kiss Of Fire
4. Vicksburg Blues
5. Weed Smoker’s Dream
6. Wild Honey
7. ‘Lectric Chair
8. Evenin’
9. Didn’t It Rain
10. Careless Love
11. One For My Baby
12. A Man Like You
13. Changes

 

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