Jazzcheck | Klökkeblömst: Klökkeblömst

Seit einiger Zeit erreichen die Redaktion immer wieder Tonträger mit Jazz aus dänischen Landen. Diesmal sind es Klökkeblömst (Glockenblume), ein Trio um den Bassisten Peter Danstrup. Anders Banke bläst das Saxophon, Anders Provis übernimmt alles, was zu schlagen ist.

Eigentlich müssten sie Klokkeblomst heißen, doch ließen sie sich ausgerechnet von Motörhead (!) inspirieren.

Das selbstbetitelte Album klingt auf den ersten Takten zunächst ein wenig konventionell- doch das täuscht! Denn schon bald zerfleddern die Herren die Anfangstakte ohne dabei ungemütlich zu werden. Ohne dass sich jemand in den Vordergrund drängt, „sagt jedes Instrument seine Meinung“ zum Thema. Die ganze Band hat ein Gespür für Dynamik, man hat das Gefühl, jeder einzelne Ton ist wohlbedacht akzentuiert und auf die anderen abgestimmt. Jeder Musiker zeigt, was er drauf hat- doch nur gelegentlich, dezent und nicht als Selbstzweck.

Das Thema des Albums sind „Lieder, die dänisch hätten sein können“. Die zum Teil etwas kryptisch anmutenden Titel der Stücke, wie „Under the Crown of the Beech, in the Warm Lap of a Maiden“ oder auch „The Harvest has been Reaped, the Whisper of the Southern Wind, Merrily Twirls the Maiden’s Ringlets“ erinnern mich ausgerechnet an den Renaissance-Lautenmeister und -Komponisten John Dowland. Wobei die Assoziation nicht zu weit hergeholt ist, denn dieser diente einen wesentlichen Teil seiner Karriere dem dänischen König Christian IV. Zufall?

Grundsätzlich ließe sich Klökkeblömst auch als Hintergrundberieselung in einer Cocktailbar verwenden. Doch dafür ist sie definitiv zu schade. Zu empfehlen!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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