Jazzcheck | Søren Gemmer: At First

Cover: Søren Gemmer: At First, Release Feb. 2013

Aus Dänemark gehen mir seit geraumer Zeit immer wieder Platten interessanter aufstrebender Jazzer zu, deren große musikalische Gemeinsamkeit die aufgebaute entspannte Atmosphäre ist. Diesmal jedoch kommt es etwas wilder:

Das Debutalbum „At First“ des jungen Pianisten Søren Gemmer beginnt mit dem Titel „Russians“ und passend dazu schwermütigen, an die Russischen Romantiker erinnernden Klavierakkorden, welche sich als Roter Faden durch das Album seufzen. Dabei bricht er immer wieder aus aus der scheinbaren Lethargie und zerpflückt  aufbegehrend die Musik in ihre Einzelteile.

Es scheint, als mache Gemmer mit romantischen Russen ähnliches wie Jaques Loussier mit Johann Sebastian Bach, nur, dass er nicht einfach mit jazzigem Groove die Stücke nachspielt, sondern den jazzigen Geist von Schostakovitsch, Rachmaninow und Prokofiew anzapft und seine eigene Musik daraus schöpft. Eine Art Fortsetzung.

Verstärkt mit Per Møllehøj an der Gitarre (geradezu unanständig flutschiger Anschlag!), Andreas Fryland am Schlagzeug (bescheiden im Hintergund für Stimmung sorgend) undTapani Toivanen am Bass (dessen wurzeliges Knarren wohlig schauern lässt) und aufgenommen durch niemand geringeren als Chris Weeda ist hier ein merk-würdiges (im positivsten Sinne!) Album entstanden. Erhältlich ab 18. Februar!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

1 Comment

  1. Welke A sagt:

    Klingt gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.