Albumcheck | Bliksem: Face the Evil

Brüssel, Bier und Brel. Belgien? Belgien bietet mehr! Denn aus Antwerpen kommen nicht nur Alte Meister, sondern auch Junge Wilde, die beschlossen haben, den Thrash Metal zu reanimieren Angeblich mit einem Schuss Stoner Rock, aber auch nur einem.

Das Metal-Quintett Bliksem, 2007 gegründet, legt mit „Face the Evil“ seinen ersten und vielversprechenden Longplayer vor, welcher am kommenden Freitag, dem 22.2. erscheint. Mit dem klassischen ruhigen Intro halten sie sich nicht länger auf als nötig. Routiniert (fast etwas zu routiniert) krachen Riffs aus der Anlage als solides Fundament für das Organ von Peggy Meeussen. Richtig, ein Mädchen am Mikro. Selten, vor allem im Thrash. Doch eine ausgezeichnete Wahl!

Rauh röhrt sie, aber nicht zu sehr, und kreischen tut sie auch nicht, das wäre auch nicht mehr neu. Dazu ertönt ein Hintergrund, der ein wenig an Megadeath zu erinnern scheint. Wobei ich finde, dass das Etikett „Stoner Rock“ weniger passend ist, ich habe eher den Eindruck, da seien Elemente des Power Metal eingeflossen. Ein wenig Pathos vermeine ich zu hören im kraftvollen Gemisch.

Ein kleiner Makel ist: Das Ganze wirkt ein wenig zu routiniert. Zu glatt. Zu ordentlich. Zu klar. Als habe man sich die Seele aus dem Leib gespielt und dann noch weitergemacht. Wobei ich an der Substanz nichts zu bemängeln habe, denn diese ist durchaus kreativ und sehr stimmig. Doch für Thrash fehlt noch ein wenig Schmutz. Allerdins: Reinzuhören lohnt sich in jedem Falle, auch für Fans des Power Metal!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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