Albumcheck | Für Frauen ist das kein Problem von Max Raabe

Anfangs war die VÖ der neuen Max Raabe CD „Für Frauen ist das kein Problem“ für den 18. Januar angesetzt. War leider falsch, denn die VÖ fand schon am 11. Januar statt. Nicht schlimm, nur dass wir mal wieder ein wenig hinterher winken. 

Im Januar 2011 ist die Platte „Küssen kann man nicht alleine“ herausgekommen. Für dieses Album hatten sich, zum ersten Mal, zwei der interessantesten deutschen Unterhaltungskünstler der letzten Jahrzehnte zusammengetan: Max Raabe und Annette Humpe. Auch wir haben über die Platte hier berichtet.

Die Geschichte zur zweiten Zusammenarbeit der beiden Künstler ist recht amüsant: Als Max Raabe fragte, ob sich Annette Humpe, die gerade viel um die Ohren hatte, eine zweite Zusammenarbeit vorstellen kann, eine zweite Platte, bekam er von ihr die Antwort: „Für Frauen ist das kein Problem.“

Und schon war der Titel des Longplayers geboren. Und auch der Titeltrack trägt den gleichen Namen. Unangefochten auch mit einer der besten Songs auf dem 13 Song starken Silberling.

Das Leitthema „Frauen“ zieht sich also durch die Texte. Und natürlich dreht sich vieles um die Liebe. Liebe tut oft weh, – das weiß jeder. Weil die unerwiderte oder die endende Liebe wehtut, hat dieses Thema auch ein großes Humorpotential. Humor macht den Schmerz erträglich. Auf diesem schmalen Grat balancieren die Songs, sie sind oft wehmütig, aber immer leicht, sie verwandeln den Liebeswahnsinn und das Liebesleid in eine schwebende, sanfte, oft sogar heitere Erinnerung. 

So handeln die Lieder davon, dass ein Verlassener seine CDs zurück haben möchte oder dass ein Untreuer seine kleinen Lügen herunterspielt. Ebenso können Frauen alles nebenbei:

Geld überweisen, Kühlschrank enteisen,
Aktien verkaufen, Marathon laufen,
zeitgleich verschicken sie eine Mail.
Taxis ranwinken, im Dunkeln schminken,
promovier’n, die Nerven verlir’n
das alles können sie parallel.

Ein Einsamer sitzt vor dem PC und sieht seinem Kaktus beim Vertrocknen zu. Einer, der zwischen zwei Lieben hin- und hergerissen ist, hat sich für die eine entschieden und nimmt Abschied von der anderen. Ein anderer Liebender singt das Lob der Langsamkeit, beim Liebesakt und generell.

Die Texte sind humorvoll und teilweise auch ein wenig kritisch. Passend dazu arrangiert die musikalische Begleitung. Verglichen mit „Küssen kann man nicht alleine“ lässt sich feststellen, dass dieser Longplayer uns einfach besser gefällt. Ein letztes Highlight: „Am Ende kommt immer der Schluss“.

Sehr schönes Album! Kaufenswert!

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