Albumcheck testet den Thorens TD 309

© Thorens TD 309

Manchmal ist es mit den Testgeräten wie verhext. Wie auch im Fall des herausragenden Plattenspielers TD 309 aus dem Hause Thorens, doch es ist nur wichtig, was am Ende dabei herauskommt.  Wir durften gleich zwei Geräte der Baureihe TD 309 von Thorens testen und waren am Ende wirklich hingerissen. Am Liebsten hätten wir ein Gerät behalten. 

Zuerst einmal waren wir ganz vom Design des Thorens TD 309 verzückt. Das Subchassis wurde komplett neu entworfen und strahlt nun im neuen Glanz. Die schwarze MDF Lackierung haut einem schon vom Hocker. Stilecht und passend dazu: der gläserne Plattenteller (Quarzglas), welcher auf der unteren Seite milchig ist. Da der TD 309 mit einer Drei-Punkt-Federungstechnik ausgestattet ist, hat die Firma Thorens, dessen Anfänge bis ins Jahr 1883 zurückreichen, das Nützliche mit dem Design verbunden. Hier schon mal ein klarer Pluspunkt für das sensationelle Aussehen des analogen Plattenspielers. Ansehen und verlieben heißt hier das Motto.

Tonarm und Töne

Für den TD 309 wurde eigens der Tonarm TP 92 entwickelt, der ein reibungsarmes Hochleistungslager sowie ein magnetisches Anti-Skating-System besitzt. Angst um Kabel muss man ebenfalls keine haben, da diese in den Aluminium-Arm eingefasst sind. Das doppelt entkoppelte Gegengewicht aus Messing trägt dazu bei, dass der Schwerpunkt des Tonarms auf dem Niveau der Nadelspitze liegt. Hier ebenfalls ein Pluspunkt für die leichte Bedienbarkeit. 

Nun müssen wir betonen, dass es sich bei dem Thorens TD 309 um einen analogen Plattenspieler handelt. Wer einen Plattenspieler von solchem Niveau kauft, weiß in der Regel, dass man es hier mit „ehrlicher“ Musik zu tun hat. Zumindest vertritt der größte Teil unserer Redaktion diese Meinung.  Man pakt den Plattenspieler also aus, stellt ihn mit Hilfe der verständlichen Bedienungsanleitung ein (falls er das nicht schon ist), legt den Flachriemen um und den Plattenteller auf, schließt den TD an und kann direkt loslegen. So dauert es bis zum vollendeten Musikgeschmack keine fünf Minuten, wenn man sich damit auskennt.

Schade eigentlich, dass es nur noch wenige Verstärker oder Receiver gibt, die eine Erdung des Plattenspielers überhaupt möglich machen. Wir haben allerdings noch ein gut erhaltenes Schätzchen, welches über einen solchen Anschluss verfügt.

Der Klang des TD 309 ist 1A oder auch erste Sahne. Der DC-Motor ist sehr leise, keine lästigen Kratzgeräusche, kein Klicken oder klacken. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ältere Scheibchen oder neu gepresste Ausgaben auf den Teller legt. Auch bei farbigen Vinyls oder Picture-LPs macht der Thorens keine Zicken.

Erweiterung des Thorens

Man kann den Thorens übrigens auch mit einem anderen System ausstatten, um noch einmal die Klangleistung zu erhöhen. Dies schlägt sich allerdings auf den Preis nieder. Den meisten Liebhabern ist dies sicherlich bekannt.

Obwohl man in der Bedienungsanleitung darauf aufmerksam gemacht wird, dass man den Plattenspieler mit einem Sicherheitsabstand zu Lautsprechern aufstellen sollte, gibt es hier kaum Probleme. Sogar ausgelassenes Hüpfen hat das Abspielen von Vinyls nicht gestört. (Mag vielleicht auch an unserem Parkett und dem speziellen Rack gelegen haben.) Egal ob 33 1/3 oder 45 – beide Geschwindigkeiten sind für den Thorens kein Problem, sofern die Justierung stimmt.

Die Platten, die sich drehen

Der Thorens TD 309 ist also sehr stabil. Der Subteller und der Flachriemen funktionieren ohne große Probleme. Nach einer Testzeit von knapp fünf Wochen konnten wir bei dem Riemen keinen Verschleiß feststellen. Hier hat man also im Hause Thorens gehandelt. Aus eigener Erfahrung (Redaktionsmitglieder nutzen Thorens auch privat) wissen wir, dass gerade der Riemen sehr schnell verschleißen kann. In unserem Testfall hatten wir keinerlei Probleme. Hin und wieder kann es vorkommen, dass ein Plattenteller anfängt zu eiern. Bei Thorens kennt man diesen Umstand überhaupt nicht. Dank Gegengewicht kann einem überhaupt nichts passieren. Dieses lässt sich schnell verlagern, da es nicht fest fixiert wurde.

Gibt es überhaupt negatives? 

Ja. Leider. Aber nichts Wildes. Mit der MDF Lackierung ist der Thorens sehr anfällig für Staub. Hier kann man sich einer klaren Acryl Staubschutzhaube bedienen, die den Plattenspieler allerdings nicht komplett umschließt. Außerdem würden wir diesen Thorens mit Halbautomatik bevorzugen.

Was wir bei Plattenspieler generell bemängeln: kaum Einer verfügt über einen USB-Port, so dass man seine Platten nicht digital aufzeichnen kann. Nicht nur ein Thorens, sondern eher ein generelles Problem.

Fazit: 

Der Thorens TD 309 ist ein sehr stylischer und solider Plattenspieler, der sehr viel Freude macht. Für Liebhaber ist er wie gemalt. Die Handhabung ist einfach, die Bedienung ebenfalls. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist okay. Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass es zu Zusatzkosten kommen kann. Wie z.B. der Austausch der Riemen, ein anderes System oder auch die Schutzhülle. Der Klang ist klar und von wenigen Störungen geprägt.                                                       

 

Technische Details zum Thorens TD 309 

Größe: 470 x 125 x 430 mm
Gewicht: 6,5 kg
Antrieb: Flachriemen
Motor: elektrisch, DC-Motor
Funktion: manuell
Geschwindigkeiten: 33-1/3, 45 U/Min
Plattenteller: 12″ / 2,3 kg
Tonarm: Thorens TP 92
Tonabnehmer: AT-95 B
Anti-Skating: Magnet
Stromversorgung: externes Netzteil, 12 V DC/AC, min. 6 W
Farbe: MDF lackiert in rot oder schwarz
Preis: ab 1400 Euro

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